Sprecher*innen freigestellt – Revolte beim SRF
Bei der SRG rumort es gewaltig: Innert zwei Tagen haben rund 350 Mitarbeitende – jede achte Person im Betrieb – einen Protestbrief an SRG-Chefin Susanne Wille unterschrieben. Grund: Vier Sprechausbildner wurden entlassen und sofort freigestellt.
SRF begründet den Abbau mit der neuen, überregionalen Organisation der Weiterbildung. Die Gewerkschaft SSM kontert: In der Romandie und im Tessin brauche es keine Sprechtrainer, weil dort in der Muttersprache moderiert werde. Bei SRF hingegen sprechen viele im Alltag Schweizerdeutsch, vor der Kamera aber Hochdeutsch – Sprechtraining sei darum unverzichtbar.
SRF will Trainings künftig extern anbieten. Wie viel das wirklich spart, bleibt offen. Zusätzlich sorgt die sofortige Freistellung der Entlassenen für Ärger – die SSM spricht von «Wildwest-Zuständen» und nennt das Vorgehen «unmenschlich».
Wegen der gesenkten Medienabgabe (335 statt 300 Franken) muss die SRG bis zu 900 Stellen abbauen. Wille selbst wird dabei kaum kritisiert – wohl aber ihr Vorgehen: zu hart, an der falschen Stelle.



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