Profi-Ballett und kleine Kinder

Der Journalistin Julia Robinson gelang in Tagesanzeiger ein liebevoller Einblick in den stressigen Alltag darstellender Künstler*innen mit kleinen Kindern.

Anthony Ramiandrisoa und Tana Rosás Suñé zeigen im Tagesanzeiger (Paywall) eine Seite der Alltagsrealität, die vielen darstellenden Künstler“innen bekannt ist: sie tanzen beide seit über einem Jahrzehnt professionell am Ballett Basel – und sind seit Kurzem zum zweiten Mal Eltern. Tochter Aïna ist acht Monate alt, Sohn Nil siebeneinhalb Jahre. Bereits dreieinhalb Monate nach der Geburt stand Tana wieder auf der Bühne.

Die Schwangerschaft erfuhr Tana ausgerechnet in der Premierenwoche des Stücks «Julia & Romeo» – kurz nachdem sie den Vertrag für die neue Saison unterschrieben hatte. Besonders belastend: Zwei Jahre zuvor hatte sie während einer Probe eine Fehlgeburt erlitten, was sie emotional stark mitnahm. Umso grösser war ihre Sorge, wie der neue Ballettdirektor Marco Goecke auf die erneute Schwangerschaft reagieren würde. Goecke zeigte sich jedoch verständnisvoll und choreografierte im «Nussknacker» sogar einen eigenen Tanz für das Paar – ein emotionaler Moment für Tanas Bühnen-Comeback.

Der Alltag der beiden ist minutiös durchgetaktet: Nachtschichten wechseln sich ab, Mittagspausen werden für Haushalt und Vorbereitung genutzt, und oft springt Tanas Mutter ein, die extra aus Spanien nach Saint-Louis gezogen ist. Trotz Erschöpfung betonen beide, dass die Kinder ihnen neue Energie geben.

Interessant: Die Elternschaft habe sie als Tänzer sogar gelassener und «geerdeter» gemacht, wie Choreografen ihnen rückmelden. Ihr Rat an andere in der Branche: Frühzeitig mit Vorgesetzten über eine Schwangerschaft sprechen, statt die üblichen drei Monate zu warten – das schaffe Verständnis im Team.

Ihr Fazit: Elternschaft und Spitzentanz zu vereinen sei kein leichter Weg, aber machbar – wenn man wirklich für seinen Beruf brennt.

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