Als der Clown anrief, fühlte ich mich daheim

Seit Jahresbeginn unterstützt Anne-Kathrin Müller (kurz: Anna), den Berufsverband Darstellende Künste. Im Februar übernimmt sie den Arbeitsbereich von Zineb Benkhelifa, die es nach über 11 Jahren definitiv ins Stadthaus Zürich zieht.

«Ich habe grossen Respekt vor dem, was der Verband leistet. Meine Entscheidung dort zu arbeiten, fällte ich direkt im Vorstellungsgespräch – es fühlte sich einfach richtig an.»

Buch-haltend, nicht mehr Buch-handelnd ist ihr persönliches Motte im Berufsleben – Anna studierte Geschichte und BWL in Heidelberg und Freiburg im Breisgau. Sie arbeitete für den Verband der Verlage und Buchhandlungen Baden-Württemberg e.V. und für den Thienemann Verlag. «Ich hatte viel mit dem Räuber Hotzenplotz zu tun und reagiere darum auf Leute, die mir morgens den Kaffee streitig machen, höchst unwirsch.» Nach der Familienzeit fasste Anna in der Administration im Bauwesen wieder Fuss. Branchenbedingt schrieb sie Protokolle über den Einbau von Klappfenstern, Rüttelstopfverdichtung bei Fundamenten und die Installation von Eckelementen. «Das war wahnsinnig spannend,» erinnert sie sich. «Als mich aber letzte Woche bei SzeneSchweiz ein Clown anrief, wusste ich, dass ich beruflich angekommen bin.»

Ich freue mich auf die vielen interessanten, kreativen, Kunst schaffenden Menschen, auf die Arbeit im Team und wünsche mir und uns einen guten gemeinsamen Start und Zineb Benkhelifa, die wir vermissen werden, alles Gute!

Steckbrief: liest gerne, interessiert sich für das 16. Jahrhundert, Autorin (unter Pseudonym) von Jugend- und Bilderbüchern, spielt untalentiert, aber passioniert Geige (nicht während den Geschäftszeiten!).

Wir wünschen unserer neuen Mitarbeiterin eine erfolgreiche und interessanten Einstieg bei SzeneSchweiz!

Wer redet, ist raus – Machtmissbrauch in der Theaterwelt

Podcast aus dem Programm „Kontext“ von SRF vom 24.01.2023 (Text übernommen aus dem Beitrag)

Die Debatte um Machtmissbrauch in den darstellenden Künsten reisst nicht ab. Für Betroffene bleibt es schwierig, Missstände zur Sprache zu bringen. Die Hierarchien sind steil, die Verträge meist befristet – wer Kritik übt, riskiert die Karriere. Bewegt sich etwas in der Branche?

  • Die Schweizer Schauspielerin Sylvie Rohrer erzählt, wie es zu einem offenen Brief über Machtmissbrauch am Wiener Burgtheater kam. Unter der Leitung von Matthias Hartmann herrschte eine Atmosphäre der Angst in der Belegschaft. Erst unter dem Eindruck der #MeToo-Debatte fand das Ensemble eine gemeinsame Sprache dafür.
  • Als Folge des offenen Briefs gibt es heute am Burgtheater einen Zusatz zum Vertrag, der zu einem respektvollen Umgang verpflichtet. Hat ein solcher Verhaltenskodex eine Wirkung?
  • Welche Strukturen begünstigen Machtmissbrauch in der Theaterwelt, und was wird dagegen getan?
  • Gibt es einen Bewusstseinswandel in der Branche?

Im Podcast zu hören sind:

  • Sylvie Rohrer, Schauspielerin aus Bern, langjähriges Mitglied des Burgtheater-Ensembles
  • Salva Leutenegger, Leiterin der Geschäftsstelle von «Szene Schweiz», dem Berufsverband der Darstellenden Künste

Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen: kontext@srf.ch

 

Swiss Secrets – Solothurner Filmtage 2023

Text von Simone Ganser

SOLOTHURN – An den Solothurner Filmtagen 2023 werden nicht nur Filme gezeigt, sondern am Samstagabend des 20. Januar auch die gesamte Tessiner Serie Swiss Secrets. Ein Projekt, das die  unterschiedlichsten Fachleute  aus der Tessiner Filmwelt, und darüber hinaus, zusammengebracht hat und sie in etwas einbindet, das wirklich etwas ganz Besonderes werden könnte.

Ein Projekt, das während des Lockdowns aus dem Nichts entstand, realisiert  von zwei jungen Künstlern, Simone Ganser und Davide Romeo, die sich in jener berühmten  Situation der kompleten “Schliessung” befanden und es schafften, sie in eine 100%ige produktive Zeit zu verwandeln. Die Serie wurde an einer exklusiven Premiere im Palacinema in Locarno vorgestellt und ist nun bereit, dem Publikum in der ganzen Schweiz auf der Leinwand in Solothurn gezeigt zu werden.

Die Serie  beginnt mit zwei Schauspielern an einem einzigen Ort, und man bekommt  ein  fast klaustrophobisches  Gefühl  um dann in den späteren Episoden nach und nach die Hintergründe zu entdecken.

Wie ist die Idee zu Swiss Secrets entstanden?

Die ursprüngliche Idee entstand spontan, weil es während dem ersten Lockdown keine kreative Arbeit gab. Als freie Künstler wollten wir nicht untätig bleiben und beschlossen, uns einem neuen Projekt zu widmen, ich wage es zu sagen, einem echten Abenteuer, das uns bis heute in Erstaunen versetzt. Alles begann mit der Produktion der Web-Action-Thriller-Miniserie „Airbnb Secrets“, die gefilmt, geschnitten, geschrieben und gespielt wurde von nur zwei Personen, die  in einer Wohnung eingeschlossenen waren. Das waren die Bedingungen, unter denen wir uns alle befanden, aber wir beschlossen, sie in 100% Produktivität zu verwandeln. Im Laufe der Zeit und dank des lokalen Erfolgs von „Airbnb Secrets“, das ebenfalls über RSI Play verbreitet wurde, entwickelte sich die Serie weiter und wurde schliesslich zur TV-Serie „Swiss Secrets“.

Was ist mit Airbnb Secrets passiert?

Kurz gesagt, während der Dreharbeiten zu Swiss Secrets, das theoretisch nur eine Fortsetzung des ersten Teils sein sollte, wurde uns sehr schnell klar, dass das Projekt exponentiell wächst und es schade wäre, wenn der erste Teil im Vergleich zur Fortsetzung so „klein“ wäre. Wir haben dann beschlossen, das vorhandene Material zu verdichten, indem wir neue Kürzungen vornahmen und die Struktur leicht veränderten, und dies wurde die erste von neun Folgen. Das macht auch die Entwicklung der Serie für den Zuschauer zu etwas ganz Besonderem. Die Serie  beginnt mit zwei Schauspielern an einem einzigen Ort, und man bekommt  ein  fast klaustrophobisches  Gefühl  um dann in den späteren Episoden nach und nach die Hintergründe zu entdecken.

Kurzum: eine mühsame Herausforderung und ein unerwartetes und innovatives Projekt, zumindest wenn man die extremen Arbeitsbedingungen berücksichtigt.

Ihr habt es oft als ein „titanisches“ Werk bezeichnet, warum?

Die große Herausforderung, die wir uns gestellt haben, bestand darin, in einer schwierigen Zeit etwas Neues zu schaffen, d. h. ein serielles audiovisuelles Produkt zu entwickeln, indem wir es „von A bis Z“ erarbeiteten. Vom Schreiben der Episoden über die Schauspielerei und den Schnitt bis hin zu Ton, Kameramann, Farbkorrektur und so weiter. Und das alles mit dem Ziel, ein möglichst professionelles Ergebnis zu erzielen, obwohl das Personal auf zwei Personen reduziert war, ganz zu schweigen von den begrenzten Mitteln und dem fast fehlenden Budget. Kurzum: eine mühsame Herausforderung und ein unerwartetes und innovatives Projekt, zumindest wenn man die extremen Arbeitsbedingungen berücksichtigt.

Die Besetzung war schließlich sehr reich an Schauspielern und  Persönlichkeiten mit Tiefgang, die sich für dieses Projekt begeisterten und uns mit ihren Talenten unterstützten.

Aber es gibt auch einige bekannte Namen in dieser Produktion, oder?

Die Schweizer Künstlerin Nina Burri wurde bald in das Team aufgenommen, sowohl in der Rolle der Antagonistin als auch als Unterstützerin der Produktion. Nina war maßgeblich an der Entwicklung dieser Serie beteiligt. Sie war immer mit Leidenschaft bei der Sache, half und unterstützte uns mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, und es war ihr zu verdanken, dass wir Zugang zu einigen wichtigen Locations hatten, an denen wir einige Szenen drehten. Es war eine große Ehre für uns, mit ihr zusammenzuarbeiten und ihre Unterstützung in verschiedenen Bereichen der Produktion  zu erhalten.

Zu einem späteren Zeitpunkt stieß eine weitere bekannte junge Schauspielerin zur Serie: Miriam Dossena (eine der Protagonistinnen von Disneys Alex & Co.). In der Besetzung finden sich auch bekannte Namen wie Daniele Marcheggiani, Alessandro Crivelli und in Bezug auf die Schweizer oder Deutschen Filmwelt, die beiden bekannten Schauspieler René Rindlisbacher und Walter Andreas Müller. Die Besetzung war schließlich sehr reich an Schauspielern und  Persönlichkeiten mit Tiefgang, die sich für dieses Projekt begeisterten und uns mit ihren Talenten unterstützten.

Zum technischen Team gesellte sich der Schweizer Drehbuchautor Michele Blum, der an das Projekt glaubte und sich unerwartet als Drehbuch- und Dramaturgieverantwortlicher zur Verfügung stellte. Lorenzo Soldini, der sich mit enormem Engagement in das kolossale Unterfangen gestürzt hat, den Soundtrack für die gesamte Serie zu komponieren. Es war eine große Ehre für uns, auch mit dem berühmten Amos Sussigan zusammenzuarbeiten, der in der großen Hollywood-Filmindustrie tätig ist und sich zur Verfügung stellte, um die beiden offiziellen Plakate für die Serie zu gestalten. Die Liste der zu erwähnenden Personen ist sehr lang, aber ich werde wahrscheinlich hier aufhören, um Sie nicht zu sehr zu langweilen – wenn Sie sie alle kennenlernen wollen, finden Sie sie in den Credits (nur ein Scherz).

Im Mittelpunkt der Geschichte steht also der allmähliche und schrittweise Aufbau einer unwahrscheinlichen Beziehung zwischen den beiden Figuren, die zwangsläufig mit den engen, fast klaustrophobischen Räumen der Wohnung konfrontiert sind, in der sie ihre Tage verbringen.

Worum geht es bei Swiss Secrets?

Swiss Secrets erzählt die Geschichte der Begegnung und des Zusammenlebens zwischen einem jungen, impulsiven Zimmervermieter, der Karriere macht und einem geheimnisvollen Gast mit diametral entgegengesetztem Temperament. Im Mittelpunkt der Geschichte steht also der allmähliche und schrittweise Aufbau einer unwahrscheinlichen Beziehung zwischen den beiden Figuren, die zwangsläufig mit den engen, fast klaustrophobischen Räumen der Wohnung konfrontiert sind, in der sie ihre Tage verbringen. Doch trotz ihrer scheinbaren Normalität haben die beiden Mitbewohner etwas Schreckliches zu verbergen. Sehen Sie sich die Serie am 20. Januar an den Solothurner Festspielen an!

Habt ihr bereits einen Vertrieb? Ich meine, wo können wir euch nach Solothurn sehen?

Da es sich um eine kleine Produktion handelt, die fast zufällig entstanden ist, hatten wir uns damals noch keine konkreten Gedanken darüber gemacht, wie wir dieses Material verbreiten könnten. Jetzt werden wir uns von den verschiedenen Festivals überraschen lassen und sehen, ob sich für dieses Projekt Möglichkeiten ergeben. Einige Vorschläge sind bereits eingegangen, aber wir warten noch bevor wir eine Entscheidung treffen.

 

Swiss Secrets – Giornate di Soletta 2023

Testo di Simone Ganser

SOLETTA – Una serata speciale al Festival di Soletta 2023, non solo film verranno proiettati ma sabato sera 20 gennaio verrà mostrata per intero la serie ticinese Swiss Secrets. Un progetto che ha raccolto le più svariate professionalità nel mondo cinematografico ticinese, e non solo, e le ha coinvolte in qualcosa che potrebbe davvero spiccare il volo.

Un progetto nato dal nulla durante il lockdown e interamente realizzato da due giovani artisti Simone Ganser e Davide Romeo, che trovandosi in quella famosa situazione di „chiusura“ sono riusciti a trasformarlo in un periodo produttivo al 100%. La serie è stata presentata ad un’anteprima esclusiva al Palacinema di Locarno e ora è pronta per essere mostrata al pubblico di tutta la Svizzera sullo schermo di Soletta.

Questo fatto rende molto particolare lo sviluppo della serie anche per lo spettatore, perché la serie inizia dando un senso di quasi claustrofobia in un solo luogo con due attori per poi scoprire tutto il resto gradualmente negli episodi successivi.

Come è nata l’idea di di Swiss Secrets?

​L’idea in origine è nata spontaneamente per via dell’assenza di lavoro creativo nel periodo del primo lockdown. Essendo noi degli artisti senza “terra ferma” non volevamo stare con le mani in mano e abbiamo deciso di dedicarci ad un nuovo progetto, oserei dire una vera e propria avventura che continua tutt’ora a stupirci. Il tutto è nato con la produzione di una miniserie web action thriller „Airbnb Secrets“, filmata, montata, scritta e recitata solamente in due persone chiuse in un appartamento. Queste erano le condizioni in cui tutti ci trovavamo ma noi abbiamo deciso di renderle produttive al 100%. Con il passare del tempo e grazie al successo locale di “Airbnb Secrets”, anche distribuita su RSI Play, la serie si è evoluta ed è diventata a tutti gli effetti la serie tv “Swiss Secrets”.

Cosa è successo a Airbnb Secrets?

In poche parole, mentre giravamo Swiss Secrets, che in teoria doveva essere solamente la continuazione della prima parte ci siamo accorti molto velocemente che il progetto si stava ingrandendo in maniera esponenziale e che sarebbe stato un peccato avere una “prima parte” così “piccola” rispetto al seguito. Abbiamo deciso quindi di compattare il materiale che avevamo facendo nuovi tagli di montaggio e cambiando leggermente la struttura ed è così diventato il primo episodio di nove. Questo fatto rende molto particolare lo sviluppo della serie anche per lo spettatore, perché la serie inizia dando un senso di quasi claustrofobia in un solo luogo con due attori per poi scoprire tutto il resto gradualmente negli episodi successivi.

Insomma: una sfida ardua e un progetto inaspettato e innovativo, quantomeno considerate le estreme condizioni di lavoro.

Voi spesso lo avete definito un lavoro “titano”, perché?

L’enorme sfida in cui ci siamo lanciati era di creare qualcosa di nuovo in un periodo difficile: ovvero sviluppare un prodotto audiovisivo seriale elaborandolo „dalla A alla Z“. A partire dalla scrittura delle puntate alla recitazione, fino al montaggio, quindi all’audio, al lavoro di cameraman, alla color correction, eccetera. Tutto con lo scopo di ottenere un risultato il più professionale possibile, nonostante il personale fosse ridotto a sole due persone, senza contare i mezzi limitati e il budget pressoché nullo. Insomma: una sfida ardua e un progetto inaspettato e innovativo, quantomeno considerate le estreme condizioni di lavoro.

Il cast in fine era molto ricco di attori e personaggi di spessore che si sono appassionati e affezionati a questo progetto e ci hanno sostenuto offrendoci il loro talento.

In questa produzione ci sono però anche alcuni nomi molto conosciuti, giusto?

Ben presto al team di lavoro si è aggiunta l’artista svizzera Nina Burri, sia nel ruolo dell’antagonista sia di sostenitrice di produzione. Nina è stata fondamentale nello sviluppo di questa serie. Da sempre si è appassionata al progetto, ci ha aiutati e appoggiati con tutti i mezzi che aveva e proprio grazie a lei abbiamo avuto accesso ad alcune importanti location dove abbiamo filmato alcune scene. Per noi è stato senz’altro un grande onore lavorare con lei e avere il suo appoggio in alcuni settori della produzione.

Nella serie in un secondo momento si è aggiunta anche un’altra nota giovane promettente attrice: Miriam Dossena (una delle protagoniste di Alex & Co. della Disney). Nel cast possiamo trovare anche nomi conosciuti come Daniele Marcheggiani, Alessandro Crivelli e riguardo al mondo cinematografico svizzero o tedesco anche i due noti attori René Rindlisbacher e Walter Andreas Müller. Il cast in fine era molto ricco di attori e personaggi di spessore che si sono appassionati e affezionati a questo progetto e ci hanno sostenuto offrendoci il loro talento.

Per quanto riguarda il team tecnico si è aggiunto lo sceneggiatore svizzero Michele Blum che, credendo nel progetto, si è inaspettatamente messo a disposizione come supervisore della sceneggiatura e della drammaturgia. Lorenzo Soldini che, con enorme impegno, si è appassionatamente lanciato nella colossale impresa di comporre la colonna sonora per tutta la serie. Un immenso onore per noi è stato collaborare anche con il famoso Amos Sussigan, che lavora nella grande industria cinematografica di Hollywood, che si è messo a disposizione per realizzare il design dei due poster ufficiali della serie. La lista di persone da citare volendo è molto lunga ma forse mi fermo qui per non annoiarvi troppo, se volete saperle tutte le troverete nei titoli di coda (scherzo).

Il punto focale della storia è quindi l’instaurarsi graduale e progressivo di un improbabile rapporto tra i due personaggi, che si trovano confrontati necessariamente con gli spazi ristretti – quasi claustrofobici – dell’appartamento in cui trascorrono le loro giornate.

Di cosa parla Swiss Secrets?

Swiss Secrets racconta l’incontro e la convivenza tra un giovane affittacamere in carriera dal carattere impulsivo e un misterioso ospite dal temperamento diametralmente opposto. Il punto focale della storia è quindi l’instaurarsi graduale e progressivo di un improbabile rapporto tra i due personaggi, che si trovano confrontati necessariamente con gli spazi ristretti – quasi claustrofobici – dell’appartamento in cui trascorrono le loro giornate. I due coinquilini però, nonostante l’apparente normalità, hanno ciascuno qualcosa di terribile da nascondere. Cosa? Venite a vedere la serie al Festival di Soletta il 20 gennaio.

Avete già una distribuzione? Insomma, dove potremo vederla dopo Soletta?

Essendo una piccola produzione ed essendo nata quasi per caso, all’epoca non avevamo ancora pensato in concreto a come distribuire questo materiale. Adesso ci lasceremo sorprendere dai vari Festival e vediamo se si aprono alcune possibilità per questo progetto. Alcune proposte sono già arrivate ma ancora aspettiamo per decidere.

Julia Schiwowa – Opernsängerin und Wegbereiterin

Ensemble trifft die selbständige Sängerin Julia Schiwowa zum Interview, und spricht mit ihr darüber, wie sie ihre berufliche Tätigkeit und ihr persönliches Umfeld gekonnt unter einen Hut bringt und dabei feministische Werte vertritt. Sie kommt ursprünglich aus dem Zürcher Seefeld, lebt aber seit vielen Jahren in Thalwil mit ihrem Mann, der als Fotograf arbeitet und ihren zwei Kindern (13 und 11).

Schiwowa hat seit Ende 2019 den mutigen Schritt in die Selbständigkeit gewagt – kurz bevor die Pandemie einsetzte und auch ihr Vorhaben auf den Kopf gestellt hat. Sie war davor in Teilzeit Geschäftsführerin des Singstimmzentrum Zürich in Schlieren. Ursprünglich als klassische Opernsängerin und Sopranistin an der Zürcher Hochschule der Künste und im Schweizer Opernstudio ausgebildet, hat sie sich seit Abschluss ihres Studiums auch immer dem Chanson und anderen Stilrichtungen der Unterhaltungsmusik gewidmet. Diese „zweigleisige“ Laufbahn sei zu ihrem persönlichen Arbeitsstil geworden, so Schiwowa.

Seit 2019 hat sie ein Musiktheaterduo menze&schiwowa mit der Bayerischen Cellistin Lucia Schneider-Menz, mit welcher sie eigene Musiktheaterprogramme schreibt. Im neuen Programm „Wer hätte das gedacht?“ haben sie Musiktheater verdichtet und so treten neben den Künstlerinnen zwei lebensgrossen Klappmaul-Puppen auf. Die Arbeit mit den Puppen hat eine neue künstlerische Ausdrucksweise in ihr Schaffen gebracht. Schiwowa hatte diesen Dezember zudem ihr eigenes Weihnachtsprogramm „Törli uf, Törli zue“ herausgebracht. Daneben singt sie in verschiedenen Opernproduktionen und ist in diversen klassischen Werken zu hören.

Ursprünglich war nicht geplant, dass sie diese unterschiedlichen Stimmrichtungen in ihrer beruflichen Karriere vereint, da dies auch stimmtechnische Herausforderungen mit sich bringt.

Julia Schiwowa, Opernsängerin

Ursprünglich war nicht geplant, dass sie diese unterschiedlichen Stimmrichtungen in ihrer beruflichen Karriere vereint, da dies auch stimmtechnische Herausforderungen mit sich bringt. Sie muss stets ihre Stimmmuskulatur umtrainieren zwischen den Auftritten verschiedener Stile – „Das ist am ehesten mit einer Sportlerin zu vergleichen, die mehrere Sportarten gleichzeitig betreibt“, sagt Schiwowa und lacht. Als Sopranistin singt sie beispielsweise ungefähr eine Oktave höher als bei den Chansons, ausserdem benutzt sie dort mehrheitlich ihre Bruststimme, in der Klassik hingegen fast nie. Ihre Erfahrung damit kann sie im Rahmen ihrer Arbeit am Singstimmzentrum mit anderen Singenden teilen. Dort werden Leute mit Stimmproblemen betreut.

Damals während der Pandemie wollte sie aktiv etwas tun und ihre Leidenschaft einsetzen, hätte aber nie gedacht, dass online ein solches Gemeinschaftsgefühl entstehen würde.

Im Lockdown kam bei Julia Schiwowa Panik auf, da Singen und somit ihr Beruf auf einmal verboten war. Aus der spontanen Idee eines täglichen Einsingens mittels eines Live-Streams auf Youtube begann die Geschichte von „Einsingen um 9“. Am 23. März 2020 ging sie mit ihrer Sängerkollegin Barbara Böhi damit online – aus der Idee wurde ein Run! Am 3. Tag waren über 1000 Leute live dabei. Seither ist kein einziger Tag vergangen, an dem nicht gemeinsam auf Youtube eingesungen wurde. Am 17. Dezember 2022 kam nun die 1000. Folge heraus. Alle Folgen sind online verfügbar und werden fast alle live gestreamt. Sie beinhalten 35 Minuten Einsingen, verschiedene Stimme und Körperübungen und danach noch ein einfaches Lied oder einen Kanon. Für Schiwowa war und ist „Einsingen um 9“ sehr sinnstiftend, damit können die mittlerweile vier EinsängerInnen vielen singfreudigen Menschen einen positiven musikalischen Start in den Tag zu ermöglichen, ihnen Struktur schenken und auch oftmals ein wenig die Einsamkeit mindern.

Es geht immer darum, gemeinsam etwas singend etwas zu erschaffen, es wird nicht nur konsumiert.

Damals während der Pandemie wollte sie aktiv etwas tun und ihre Leidenschaft einsetzen, hätte aber nie gedacht, dass online ein solches Gemeinschaftsgefühl entstehen würde. Gekrönt wurde dieses mit zwei Mitsing-Events im 2022, die im Volkshaus Zürich (Das Grosse Singen) und im offenen St. Jakob (Das Grosse Weihnachtssingen) stattfanden. Zweimal waren die Säle gefüllt, die Leute sind sogar aus Deutschland angereist, um gemeinsam einzusingen. „Es geht immer darum, gemeinsam etwas singend etwas zu erschaffen, es wird nicht nur konsumiert“, meint Schiwowa. Schiwowa, die ihren Sohn gleich nach dem Studium bekam, hatte gesellschaftlich quasi „alles falsch gemacht“. So bekam sie entsprechend auch kaum Mutterschaftsgeld und sie hatte latent das Gefühl, immer alles „trotzdem“ zu tun, trotz Systemen, in die sie einfach nie hineinpasste. Dank ihren eigenen Projekten hat sie sich über die Jahre ihre Musikwelt erschaffen und kann davon als selbständige Künstlerin mit Familie leben.

Zur Berufssituation für Frauen sagt sie „Wir sind noch nirgends!“ – vieles sei noch unterschwellig an Ungleichheiten vorhanden und es gebe deshalb einen triftigen Grund, warum sie ihren eigenen Weg gegangen ist und eigene Konstellationen aufgebaut hat.

Das sei eher der „harte“ Weg, den sie seit 15 Jahren geht. Aber mittlerweile ist sie sehr dankbar, dass sie diesen Weg so gegangen ist, denn heute hat sie überall tolle Teams mit hervorragenden Leuten, pflegt mit ihnen eine funktionierende offene Kommunikation und einen respektvollen Umgang. Was will man mehr? Zur Berufssituation für Frauen sagt sie „Wir sind noch nirgends!“ – vieles sei noch unterschwellig an Ungleichheiten vorhanden und es gebe deshalb einen triftigen Grund, warum sie ihren eigenen Weg gegangen ist und eigene Konstellationen aufgebaut hat. Es wäre schön, sich auszutauschen unter Führungsfrauen im Musikbusiness, Frauen, die Bands leiten oder auch Touren organisieren und durchführen. Denn es gibt wenige, die alles gleichzeitig machen.

Ensemble Magazin bedankt sich bei Julia Schiwowa für das inspirierende Gespräch und ist beeindruckt von ihrem mutigen Weg, den sie geht!

„Workshop: Mieux appréhender son casting“ interview et impressions

Le 28 novembre et le 5 décembre, le bureau de Scène Suisse en suisse romande a organisé deux Workshop avec David Baranes ayant pour thème „comment mieux appréhender son casting“ qui a remporté un franc succès auprès des artistes.

Texte de Viviane Bonelli

J’en ai profité pour poser quelques questions à l’intervenant:

Comment avez-vous passé cette première journée avec les acteurs suisses?

C’est la première fois que je venais en suisse pour proposer mon workshop que je donne partout en France. C’était une expérience très agréable, les comédiens étaient très réceptifs et à l’écoute. Je suis ravi et de plus j’ai été très bien accueilli.

Est-ce que vous pensez faire appel une fois aux artistes que vous avez vu en Suisse?

Oui car je vais travailler sur un film qui se passe sur la deuxième guerre mondiale entre la France et l’Allemagne et je dois justement trouver des comédiens qui ont l’accent allemand et qui parlent français et allemand. Et je dois dire, que ça a été une excellente surprise de découvrir que les comédiens suisses sont bilingues pour certains. On n’y pense pas forcément. On pense à l’Allemagne mais pas à la Suisse et dorénavant j’y penserais.

Qu’est-ce qui vous a le plus marqué pendant cette journée?

La motivation des comédiens suisses à développer leur carrière hors du pays.

J’ai apprécié d’entendre des personnes de langues maternelles allemandes jouer en français.

David Baranes, directeur de casting

Quelle est la différence fondamentale pour vous entre les comédiens français et les comédiens suisses. Y’en a-t-il une?

Les comédiens suisses ont l’air plus sérieux. Ils avaient tous bien appris leur texte et c’était très agréable pour travailler. J’ai apprécié d’entendre des personnes de langues maternelles allemandes jouer en français.

Est-ce que vous reviendriez en suisse ?

Oui bien sûr avec plaisir.

Qu’est-ce que vous ont apporté les comédiens genevois?

De l’énergie, de l’envie de travailler.

Qu’est-ce qui le plus surpris en bien dans ces deux journées de workshop en suisse romande?

La motivation des comédiens et l’envie de s’exporter et d’ouvrir leurs frontières.

C’est un engouement qui commence à exister et qui demande à s’exprimer, c’est un marché qui ne demande qu’à exploser. Il est tout tracé car c’est un réflexe qu’on a pas.

Vous parlez de l’engouement du marché français pour les comédiens belges, mais que pensez-vous de l’avenir des comédiens suisses sur le marché français?

C’est un engouement qui commence à exister et qui demande à s’exprimer, c’est un marché qui ne demande qu’à exploser. Il est tout tracé car c’est un réflexe qu’on a pas. On pense aux comédiens hors France en Belgique mais on ne pense pas directement à la Suisse. Faire venir un directeur de casting français comme d’autres collègues ou moi permet de nous montrer qu’il y a des acteurs à découvrir. La Suisse n’est pas plus loin que la Belgique. En développant ces workshops, on va développer le marché suisse à paris. Pourquoi les belges et pourquoi pas les suisses romands? Les deux parlent français.

Avez-vous eu une bonne surprise ou une découverte parmi tous ces comédiens?

Oui j’en ai découvert plusieurs et notamment une au-dessus du lot.

En rentrant à Paris, comment allez-vous décrire ce nouveau territoire pour vous?

Premièrement c’est très carré, au niveau de l’infrastructure et de l’organisation. Et deuxièmement, je vais dire à tout le monde qu’on a un vrai potentiel de comédiens en Suisse, aux portes de la France, qui ne demande qu’à être découvert. Et ça plaît de dire il est Suisse, ça fait exotique!

Quand on fait des castings sauvages, on cherche partout en France et en Belgique mais jamais en Suisse! Je vais dire qu’il faut absolument d’aller en suisse.

Vous aimez parler de vos anecdotes au début du workshop, pourquoi?

Ce sont des anecdotes pour expliquer comment un directeur de casting fait pour penser à tel ou tel comédien. Comment mieux appréhender le casting, pour obtenir un casting!

Ce qui m’a le plus marqué c’est que David Baranes est avant tout un directeur de casting bienveillant qui aime réellement les acteurs. Et les comédiens qu’en ont-ils pensé?

„La personnalité de David était tout à fait adéquate pour ça, et il a fait jouer tout le monde avec beaucoup de respect et d’encouragements (ce qui n’est de loin pas toujours le cas, expérience faite..). Et en plus c’était super de rencontrer et de passer un peu de temps avec des collègues que je ne connaissais pas“. Mathieu Z.

„Tout d’abord je voulais te remercier d’avoir rendu ce workshop possible. J’ai beaucoup apprécié ce moment de travail et de rencontres. Ce serait chouette de pouvoir refaire des workshops tel quel avec des directeur-trice-s de casting de France ou de Suisse romande aussi.“ Délia A.

„Workshop: Vorbereitung auf ein Casting“ Interview und Eindrücke

Am 28. November und 5. Dezember organisierte das Büro von ScèneSuisse in der Romandie zwei Workshops mit David Baranes zum Thema „Comment mieux appréhender son casting“, die bei den Teilnehmer*innen ein voller Erfolg waren.

Text von Viviane Bonelli

Viviane Bonelli nutzte die Gelegenheit, um dem Referenten David Baranes einige Fragen zu stellen:

Wie haben Sie den ersten Tag mit den Schweizer Schauspieler*innen verbracht?

Es war das erste Mal, dass ich in die Schweiz gekommen bin, um den Workshop anzubieten, den ich sonst  nur in Frankreich anbiete. Alles in allem war es eine sehr angenehme Erfahrung, die Schauspieler*innen waren sehr aufnahmefähig und hörten zu. Ich bin wirklich begeistert von dieser Begegnung und wurde zudem sehr freundlich empfangen.

Haben Sie vor, die Künstler*innen, die Sie in der Schweiz gesehen haben, ein weiteres Mal einzusetzen?

Ja, ich werde an einem Film arbeiten, der in Deutschland und Frankreich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt. Dafür brauche ich Schauspieler*innen, die einen deutschen Akzent haben und die beide Sprachen sprechen. Es war eine tolle Überraschung, dass die Schweizer Schauspieler*innen grösstenteils zweisprachig sind. Man denkt im ersten Moment, im Vergleich zu deutschen Schauspieler*innen, nicht unbedingt daran.

Was hat Sie an diesem Tag am meisten beeindruckt?

Die Motivation der Schauspielern*innen aus der Schweiz, die ihre Karriere außerhalb des Landes entwickeln.

Ich fand es gut, Personen mit deutscher Muttersprachen auf Französisch spielen zu sehen.

David Baranes, Casting-Direktor

Was ist für Sie der grundlegende Unterschied zwischen französischen Schauspielerinnen und Schauspielern?

Ich frage mich, ob es den oder die typische Schweizer Schauspieler*in gibt? Sie wirken generell zwar etwas ernster, hatten ihre Texte aber sehr gut gelernt und es war sehr angenehm mit ihnen zu arbeiten. Ich fand es gut, Personen mit deutscher Muttersprachen auf Französisch spielen zu sehen.

Würden Sie wieder in die Schweiz kommen?

Ja, natürlich gerne.

Was haben Ihnen die Genfer Schauspieler*innen gebracht?

Energie und Lust zu arbeiten.

Was hat Sie an den zwei Tagen des Workshops in der französischsprachigen Schweiz am meisten positiv überrascht?

Die Motivation der Schauspieler und die Lust, zu experimentieren und ihre Grenzen zu öffnen.

Es ist ein Hype, der gerade erst entsteht und nach Ausdruck verlangt – ein Markt, der nur darauf wartet, zu explodieren.

Sie sprechen von der Begeisterung des französischen Marktes für belgische Schauspieler, wie denken sie über die Zukunft von Schweizer Schauspieler*innen auf dem Französischen Markt nach?

Es ist ein Hype, der gerade erst entsteht und nach Ausdruck verlangt – ein Markt, der nur darauf wartet, zu explodieren. Dieser Reflex ist quasi vorgezeichnet, den es in Frankreich so noch nicht gibt. Man denkt in erster Linie ausserhalb Frankreichs an belgische Schauspieler*innen, aber nicht direkt an die Schweiz. Einen französischen Casting-Direktor einzuladen, ermöglicht es uns zu zeigen, dass es hier Schauspieler*innen gibt, die es zu entdecken gilt. Die Schweiz ist in der Distanz von Frankreich nicht weiter entfernt als Belgien. Wenn wir diese Workshops also weiter ausbauen, werden wir voraussichtlich den Schweizer Markt in Paris entwickeln. Warum sollten die Belgier eine Chance haben und nicht auch die Westschweizer? Beide sprechen Französisch.

Hatten Sie eine positive Überraschung oder eine Entdeckung unter all diesen Schauspieler*innen?

Ja, ich habe mehrere entdeckt und insbesondere eine Schauspielerin hat sich deutlich von der Masse abgehoben.

Wenn Sie nach Paris zurückkehren, wie würden Sie dieses für Sie neue Casting-Gebiet Schweiz beschreiben?

Was die Infrastruktur und die Organisation betrifft, ist es sehr geordnet. Zudem würde ich verbreiten, dass die Schweiz ein echtes Potenzial an Schauspieler*innen zu bieten hat, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Schweizer Schauespieler*innen, das klingt exotisch! Wenn wir buntgemischte Castings machen, suchen wir überall in Frankreich und Belgien, aber eben bisher nicht in der Schweiz. Ich werde die Dringlichkeit betonen.

Sie sprechen zu Beginn des Workshops gerne über Ihre Anekdoten, warum?

Das sind Anekdoten, um zu erklären, wie ein Casting-Direktor auf diese/n und jene/n Schauspieler*in zugeht, um den/die Richtige zu finden. Sie erklären auch, wie man besser an das Casting herangeht, um eine Rolle zu bekommen!

Was Viviane Bonelli am meisten beeindruckt hat, ist, dass David Baranes ein wohlwollender Casting-Direktor ist, dem die Schauspieler*innen am Herzen liegen. Und was hielten die Schauspieler*innen von ihm?

„Davids Persönlichkeit war genau richtig für das Casting, er hat die Schauspieler*innen spielen lassen und ist ihnen mit viel Respekt und Ermutigung entgegengetreten (was meiner Erfahrung nach bei weitem nicht immer der Fall ist…). Außerdem war es toll, Kolleg*innen zu treffen und Zeit mit ihnen zu verbringen, die ich nicht kannte.“ Mathieu Z.

„Zunächst möchte ich dir dafür danken, dass du diesen Workshop möglich gemacht hast. Ich habe diese Zeit der Arbeit und der Begegnungen sehr genossen. Es wäre schön, wenn wir wieder
Workshops wie diesen mit Casting-Direktoren aus Frankreich oder der Westschweiz veranstalten können.“ Délia A.

 

Ensemble Magazin – und weiter gehts!

Ein Jahr Ensemble Magazin – euer neues Online Magazin rund um Themen zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen, Hintergründen und Vielfalt in den darstellenden Künsten. Als neue und vor allem junge Chefredakteurin ist es mir eine grosse Freude, mich in die verschiedenen und diversen Themen einzuarbeiten, ungewohnte Blickwinkel aufzuzeigen und damit ein breites Spektrum abzudecken. Nicht immer sind die Themen einfach, mit dem diesjährigen Skandal rund um die Ausbildung im Ballett wurde klar, dass noch viel Arbeit ansteht in der Schweiz, Missstände erst aufzudecken, neue Konzepte zu erarbeiten und dann auch zielgerichtet umzusetzen. Aber das macht Mut – es geht voran und alles zeigt in eine Richtung, wo Fairness und Respekt feste Grundpfeiler sind. Die professionellen Darstellenden Künste sind ein essentieller Teil der Gesellschaft, bieten viele Arbeitsplätze und sind für unsere gelebte, kulturelle Vielfalt unabdingbar. Deshalb ist es wichtig, und das ist unsere Arbeit bei Ensemble Magazin, zu informieren und auch die besonders schönen Seiten und die Kraft, die dem innewohnt ihnen, geschätzte Leserschaft, zu vermitteln.

Wir möchten unseren Pool an Freelancer stets erweitern und somit auch der Leserschaft unseres Magazins eine Aktualität bieten, die notwendig ist. Wir sind an der Quelle mit der schweizweiten Ausrichtung von unserem Berufsverband SzeneSchweiz, können mit unseren zahlreichen berufstätigen oder ehemals berufstätigen Mitgliedern stets in einen wertvollen Austausch treten. Unsere Ausrichtung durchdringt das weite Feld der Darstellenden Künste.

Die Redanktion von Ensemble Magazin und der Berufsverband Darstellende Künste SzeneSchweiz wünscht Ihnen schöne Festtage und freut sich auf ein ereignisreiches 2023!

Strafverfahren abgeblitzt – SzeneSchweiz im Recht

Im Frühling 2021 wurde gegen die Geschäftsführerin von SzeneSchweiz, Salva Leutenegger, Strafanzeige wegen Nötigung und Widerhandlung gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb eingereicht. Anzeigeerstattende waren nebst einer schillernden Casterin deren als Kapitalgesellschaft statuierte Casting-Firma.

Wie jede Strafanzeige zog die Anzeige die Eröffnung eines Strafverfahrens nach sich, die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl nahm die Ermittlungen auf. Die Anzeige war mit zwei Begebenheiten begründet worden: Erstens habe Salva Leutenegger die Casterin wiederholt aufgefordert, sich an die Branchenrichtlinien betreffend Gagen und Buy-outs einzuhalten und auf eine faire Geschäftspraxis umzusteigen, weil sie sich sonst gezwungen sähe, die Mitglieder von SzeneSchweiz, die Branche und die Öffentlichkeit vor der Geschäftspraxis der Casting-Firma zu warnen. Zweitens habe sie eine E-Mail an diverse Schauspielschulen versandt, in welchem sie die Arbeit der Casterin als unseriös bezeichnete.

Verfahren eingestellt

Diesen Herbst stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ein. Die zuständige Staatsanwältin verwarf sämtliche Vorbringen der Anzeigeerstattenden (in den nachstehenden Zitaten «Privatklägerschaft») mit deutlichen Worten. So führte sie zum Vorwurf der Nötigung unter anderem aus:

«Im vorliegenden Mailschreiben […] weist die Beschuldigte auf die Gagenrichtlinien hin und fordert Einhaltung der Mindestgagen und Buyouts. Damit bewegt sich der Berufsverband im Rahmen seiner satzungsmässigen Aufgaben und vertritt die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder […]. Auch kann es nicht per se unerlaubt sein, als Berufsverband zur lnteressenwahrung publik zu machen, dass die Privatklägerschaft die in den Richtlinien des SBKV [heute: SzeneSchweiz] vorgesehenen Mindestgagen unterbiete […]. Der strafrechtliche Schutz geht nicht so weit, dass niemand der Privatklägerschaft ihre Geschäftspraxis entgegenhalten dürfte, auch ist sachliche Kritik in der Öffentlichkeit grundsätzlich erlaubt.»

Und weiter:

«Der Zweck dieser Mailschreiben liegt damit vorwiegend darin, von der Privatklägerschaft ‚eine Stellungnahme zu den erwähnten Punkten zu erhalten und in einen Austausch zu treten. Anlass scheinen Beanstandungen mehrerer Verbandsmitglieder zu sein, wobei es durchaus Aufgabe eines Branchenverbandes ist, solchen Hinweisen nachzugehen und betroffene Kreise darüber zu orientieren.»

Zum Vorwurf der wettbewerbsrechtlichen Herabsetzung hielt die Staatsanwältin fest, dass die Nachricht an Schauspielschulen, worin diese aufgefordert werden, nur mit seriösen Anbieter*innen zusammenzuarbeiten weder völlig sachfremd noch unsachlich sei. Auch dieser Tatbestand sei folglich nicht erfüllt.

Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig. Die Anzeigeerstattenden haben dagegen kein Rechtsmittel erhoben.

Bewertung aus Sicht von SzeneSchweiz und anderer Berufsverbände

Der Versuch der betreffenden Casterin, den Widerstand durch einen von Mitgliedern eingeschalteten Berufsverband mittels Strafanzeige gegen die Geschäftsführerin zu brechen, ist in vielerlei Hinsicht problematisch.

  • Erstens entfaltet eine Strafanzeige kurzfristig immer eine hemmende, einschränkende Wirkung für den betroffenen Verband und noch mehr für die betroffene Person. Wer eine Vorladung der Staatsanwaltschaft oder der Polizei als beschuldigte Person erhält, ist zunächst mal verunsichert. Solange das Strafverfahren läuft, überlegt sich die betroffene Person zweimal, ob sie wie gewohnt bei der fehlbaren Agentur interveniert.
  • Zweitens wird mit einer Strafanzeige immer auf die Frau bzw. die Person gespielt. Das Strafrecht adressiert immer zunächst die ausführende natürliche Person. Ein Verband bzw. die juristische Person wird bis auf wenige Ausnahmen nur belangt, falls ein Tatvorwurf keiner natürlichen Person zugerechnet werden kann. Macht die angezeigte Person wie in diesem Fall einfach nur ihre Arbeit, trifft sie die Strafrechtskeule dennoch als Privatperson. Es geht um ihren Leumund, sie wird persönlich als Beschuldigte einvernommen, ihr droht im Falle einer Verurteilung die Strafe.
  • Drittens tragen die Anzeigeerstattenden kein Risiko. Die Kosten für das Strafverfahren – wie aussichtslos auch immer es ist – trägt der Staat. Erst das Rechtsmittelverfahren, konkret die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung, ist mit einem Kostenrisiko für die Privatklägerschaft verbunden.

Das klare Ergebnis des Strafverfahrens und die klaren Aussagen der Staatsanwältin bestätigen, dass die Geschäftsleitung von SzeneSchweiz mutig und richtig gehandelt hat. Dennoch bleibt aufgrund dieser Punkte ein schaler Nachgeschmack.

Umso wichtiger erscheint es, den Zweck des Berufsverbandes hochzuhalten, sich für seine Mitglieder einzusetzen, insbesondere auf fehlbare Arbeitgebende und Castig-Agenturen einzuwirken: sachlich, bestimmt, mit klaren Worten. Denn das hier beschriebene Strafverfahren hat wenigstens das gezeigt: Jeder muss sich seine Geschäftspraxis entgegenhalten lassen.

In diesem Sinne: wir bleiben für Sie dran!

Malcantone in Ticino: Agorà Teatro, Magliaso

A cura di Blue Sky

Il Malcantone è un territorio del Canton Ticino, comprensivo di diciannove comuni, che si estende dal Lago di Lugano fino al Monte Lema, costellato da piccoli villaggi, strade di montagna, grandi castagni e vigneti. Un tempo era attiva l’estrazione di minerali metallici di cui oggi restano solo alcuni reperti storici visitabili in diversi luoghi della regione e, nelle valli, è possibile visitare preziosi tesori artistici, culturali e musei caratteristici.

Ed è proprio in questa regione che si possono trovare perle rare dell’arte performativa in Ticino. Artisti e spazi di inusuale bellezza e alta professionalità, legati da un desiderio di condivisione della propria e altrui umanità. Dove l’arte si fa casa, diventa materia, nei corpi e prende valore tanto nella ricerca silenziosa quanto nei luoghi aperti al pubblico.

Blue Sky ha incontrato, per Ensemble, gli artisti del Malcantone associati a Scena Svizzera: Opera retablO di Ledwina Costantini, Salone Piazza Grande di Sandro Schneebeli, Teatro Agorà di Marzio Paioni e Olimpia De Girolamo, Teatro Lo Sgambetto per la direzione di Melanie Häner. Ognuno di loro è un microcosmo!

Intervista a Marzio Paioni e Olimpia de Girolamo, co-direttori artistici

A  Magliaso, a pochi passi dalle rive del lago c’è una casa che contiene un teatro, l’Agorà Teatro, casa delle arti, fondata nel 2005 da Marzio Paioni.

Ensemble Magazin: Perché costruire un teatro dentro una casa?

Marzio: Dopo gli anni di studio intensi tra Milano e Roma si è manifestato in me il forte desiderio di trasmettere ad altre persone ciò che di positivo stavo vivendo. Grotowski, in uno dei suo testi, parla di “avere una capanna” e da lì è arrivata l’ ispirazione: aprire uno spazio in casa per accogliere e comunicare. Agorà Teatro è nato, quindi, come un’esigenza umana, aldilà della scuola di teatro, di poter dire “Io sono qua” e condividere con altri umani la vita, un certo modo di pensare e di fare. Ho proprio voluto che la casa e il teatro fossero, nella stessa “capanna”, con una porta, come unica soglia per attraversare il confine. Ho voluto creare un luogo in cui le persone potessero entrare in relazione con se stessi e gli altri, per scoprire le proprie capacità interiori, la propria emotività, la propria capacità di comunicare.

Il teatro era luogo catartico dove vedendo qualcuno a cui accadono delle cose io ne esco rinnovato e purificato.

Marzio Paioni, Direttore artistico di Agorà Teatro

Quale è il significato del nome Agorà Teatro?

Agorà è un luogo di incontro, una piazza e indica, fin dall’antichità, un luogo comunitario. La parola Teatro nel suo senso originario significa fare comunità che è il motivo per cui i greci, più di duemila anni fa, lo hanno creato. Il teatro era luogo catartico dove vedendo qualcuno a cui accadono delle cose io ne esco rinnovato e purificato. 

Agorà Teatro vuole essere proprio questo: una piazza simbolica in cui le persone, sconosciute tra loro, possano incontrarsi per crescere e che il pubblico possa sentirsi vivo e partecipe. Il teatro è questo: abitare questo spazio tra me e te.

Sostare nella zona liminale della soglia tra casa e teatro, muove anche delle scelte etiche. Cerchiamo di vivere, nell’attitudine della vita quotidiana, una coerenza interna, che portiamo in scena e ai nostri allievi. Non potrebbe che essere così: avere un habitus, da portare, vivere e trasmettere. I nostri allievi vivono e abitano questa agorà: la porta d’ingresso del teatro è sempre aperta e loro possono venire per provare e allenarsi.

Avere un teatro come questo significa creare una comunità, tessere in un gruppo di persone che condividono valori: i nostri sono pacifici, la persona è al centro e niente è interessante se non la persona.

Quale è il fulcro del vostro lavoro?

Il fulcro del nostro lavoro è la parola persona e il suo potere personale. In questa agorà arrivano persone (“anime belle”) di professioni e età diverse che stanno cercando tutte la stessa cosa: un luogo dove poter finalmente riconnettersi con tutto ciò che il mondo fuori ci fa dimenticare. Avere un teatro come questo significa creare una comunità, tessere in un gruppo di persone che condividono valori: i nostri sono pacifici, la persona è al centro e niente è interessante se non la persona. Ne segue che uno dei valori fondanti è il lavoro fisico. Grotowsky ci insegnava questo: il training, con la sua disciplina, è l’opportunità di riscoprire il proprio corpo come canale per contattare l’essenza dell’essere persona, la propria anima.  La ricerca profonda con e nel corpo diventa lo strumento d’indagine sul mondo, crescita personale, spazio di relazione e creazione poetica.

Per questo siamo in contatto con il lavoro di Grotowski: presto tutto me stesso al personaggio, che ha un’anima, a cui mi metto a disposizione.

Come si traduce tutto questo nella vostra poetica?

Il teatro è il mezzo di studio dell’essere umano in tutte le sue forme e espressioni. La nostra poetica ha sempre a che fare con le questioni umane e nelle nostre creazioni si aprono sempre delle domande esistenziali sia negli spettacoli di produzione che in quelli dei corsi di formazione. Per questo siamo in contatto con il lavoro di Grotowski: presto tutto me stesso al personaggio, che ha un’anima, a cui mi metto a disposizione.  Il training, il lavoro vocale e l’ascolto sono fondamentali per schiudere le porte alla poesia. Al centro c’è sempre la persona e ascoltare l’altro è la vita. Cosa e dove mi sta toccando, cosa e come sento, come mi sta muovendo.

Ogni testo, ogni autore ci dà delle circostanze date e noi cerchiamo di contattarle. A volte ne creiamo di nostri, come in La Mar. E’ una ricerca nell’umano: cosa abbiamo a che fare  noi con questa storia? Quali sono gli agganci con la vita? Cosa succede lì? Non a caso l’origine greca della parola Teatro deriva da theaomi, guardare e si usava la parola oida, conosco che combacia con ho visto. Attraverso  il fatto di vedere il tuo comportamento che è più importante delle parole, così come l’ascolto, io vedo e conosco. Ed è sempre divertere: spostare lo sguardo.

In Agorà Teatro non c’è divisione tra formazione e produzione, c’è una cura assoluta in tutti i passaggi. È la nostra attitudine professionale, è una coerenza interna del nostro modo di fare teatro. Può cambiare la profondità del lavoro e lo spingersi oltre, ma non c’è mai una questione egocentrica.

Da quello che dite sembra che non ci sia una divisione netta tra il vostro lavoro di produzione e gli spettacoli dei corsi di formazione.

In Agorà Teatro non c’è divisione tra formazione e produzione, c’è una cura assoluta in tutti i passaggi. È la nostra attitudine professionale, è una coerenza interna del nostro modo di fare teatro. Può cambiare la profondità del lavoro e lo spingersi oltre, ma non c’è mai una questione egocentrica. I nostri allievi imparano ad andare in scena presentando al pubblico un lavoro basato sullo studio dei testi di diversi drammaturghi. Provano, con la propria esperienza, la fatica di che cosa significa costruire una scena, la disciplina del materiale, la cura dello spazio. Cerchiamo di trasmettere l’onestà di andare fino in fondo alle idee, anche le più folli e di scegliere quello che ti ha scelto, nel bene  e nel male.

Il percorso, con l’acquisizione delle tecniche teatrali, ha un grande valore che permette di andare a scoprire perché si sta facendo quella cosa.

La comprensione del training, così come la voce che è un grande rivelatore, arriva con il tempo, non è immediata e il livello del capire cognitivo arriva dopo l’aver percepito, sentito, vissuto. Il teatro è un veicolo per arrivare a tutto ciò. Il percorso, con l’acquisizione delle tecniche teatrali, ha un grande valore che permette di andare a scoprire perché si sta facendo quella cosa. E’ possibile far vedere le nostre ricchezze, le magnificenze che siamo.

Biografia

Agorà Teatro è un luogo fondato a Magliaso nel 2005 da Marzio Paioni per accogliere ed educare all’arte un’intera comunità. Attualmente la co-direzione artistica è di Marzio Paioni e  Olimpia De Girolamo con la consulenza artista e registica di Claudio Orlandini (co-fondatore) e  il sostegno del regista Philippe Blanc. Organizza corsi di formazione per bambini, ragazzi e adulti che sfociano in spettacoli finali. Realizza una rassegna Segni d’arte in cui sono previsti sia spettacoli sia incontri di formazione dedicati a tutta la società. Gli ultimi spettacoli prodotti per la regia di Claudio Orladini sono: La Mar, I Fisici, Barbuta e Il Grande Drago.