Hoffnung für «Das Zelt»

Der Konkurs stand eigentlich schon vor der Tür – jetzt will Das Zelt nach einer Pause mit neuer Finanzierung und mit kleinerem Zelt im September zurückkehren.

Ab dem 30. Mai unterbricht Das Zelt die aktuelle Tournee.  Es ist die erste Betriebspause in der 24-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Direktor Adrian Steiner begründet die Notbremse mit einer «Verkettung schwieriger Umstände». Neben den finanziellen Nachwirkungen der Corona-Pandemie – der Bund hatte die Ausfälle nur teilweise kompensiert – erwies sich das Projekt «The Dome» als wirtschaftliche Belastung. Die hohen Transport- und Logistikkosten für das Zeltmodul, das bis zu 5000 Personen fasst, überstiegen das Budget in den vergangenen vier Jahren zu stark.

Für die 73 betroffenen Künstlerinnen und Künstler bedeutet der Stopp den vorläufigen Ausfall ihrer Gagen, da keine entsprechende Versicherung besteht. Auch Ticket-Rückerstattungen können aufgrund der aktuellen Liquiditätslage derzeit nicht sofort erfolgen; das Unternehmen verspricht jedoch eine Lösung, sobald der Betrieb wieder aufgenommen wird.

Neue Finanzierung

Um das Überleben der Kulturplattform zu sichern, wurde ein Rettungsplan initiiert. Das «The Dome»-Modul soll verkauft oder an einem fixen Standort stationiert werden, um künftig wieder mit dem kosteneffizienteren Chapiteau-Zelt auf Tournee zu gehen. Finanziell stützt sich das Unternehmen auf neue Aktionäre sowie ein Partizipationsmodell, das durch Kleininvestoren seit März bereits 245’000 Franken eingebracht hat. Zudem laufen Gespräche mit Sponsoren im siebenstelligen Bereich.

Trotz der aktuellen Krise zeigt sich die Führungsebene optimistisch. Der Neustart ist für September geplant, wobei namhafte Acts wie das Comedy-Duo Divertimento sowie das Moderations-Duo Moser & Schelker ihre Tourneen im vierten Quartal fortsetzen sollen. Mit einer schlankeren Struktur und neuen Partnern will «Das Zelt» gestärkt in den Kulturbetrieb zurückkehren.

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