Barbie & CNN bleiben frei! Vorerst
/in Aktuell/von RedaDer Trump-nahe Hollywood-Konzern Paramount kann Warner Bros nun doch nicht einfach so übernehmen. Eine US-Richterin stoppte den Deal vorerst.
Zwölf US-Bundesstaaten und die Drehbuchautoren-Gewerkschaft sind mit Wettbewerbsklagen gegen die geplanten Übernahme von Warner Brothers vorgegangen. Der über 100-Milliarden-Dollar-Deal liegt nun vorerst auf Eis – weiter geht es frühestens nach einem Gerichtsurteil, spätestens aber am 1. Juni 2027.
Barbie darf weiter feministisch bleiben und CNN berichtet weiter kritisch. Vorerst. Trump-Gegner befürchten, dass der Sender unter Paramount seine Unabhängigkeit verlieren könnte. Hinter Paramount steckt nämlich die Familie von Software-Milliardär Larry Ellison, ein bekannter Trump-Fan. Und siehe da: Beim Sender CBS, den die Ellisons ebenfalls übernommen haben, soll der Ton gegenüber der Regierung seither spürbar freundlicher geworden sein.
Trump selbst liess schon durchblicken, wie wichtig es ihm wäre, dass auch CNN bei einem Warner-Deal den Besitzer wechselt. Kein Wunder: Bei CNN kommen bis jetzt auch Regierungskritiker zu Wort, und Trumps Aussagen werden regelmässig gegengecheckt. Genau das könnte sich ändern, falls der Sender künftig den Ellisons gehört.
Richterin nimmt Bedenken ernst
Eine Richterin hatte den Deal zunächst bis Mitte August gestoppt, um über eine einstweilige Verfügung zu entscheiden. Sie machte klar, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Weil der Deal jetzt sowieso pausiert, ist diese Verfügung erstmal vom Tisch. Die Klagen der Bundesstaaten und der Gewerkschaft wurden zu einem Verfahren zusammengelegt.
Offiziell geht es um Kinos, nicht um CNN
Offiziell geht es im Streit gar nicht um CNN, sondern um Marktmacht bei Blockbustern. Die Bundesstaaten – allen voran Kalifornien mit Hollywood vor der Haustür – befürchten, dass ein fusionierter Konzern den Wettbewerb bei Filmen ab 100 Millionen Dollar Einspielergebnis verzerren und damit Kinos in die Bredouille bringen könnte. Paramount findet diese Sichtweise unrealistisch. Die CNN-Frage taucht in der Klage offiziell gar nicht auf – schwingt aber die ganze Zeit mit.
Teure Verzögerung für Paramount
Für Paramount wird die Warterei ziemlich teuer. Um die Warner-Aktionäre bei Laune zu halten, hatte der Konzern zusätzliche Zahlungen versprochen, falls der Deal nicht bis Ende September durch ist – pro Quartal rund 650 Millionen Dollar. Als neue Deadline gilt jetzt der 4. Juni 2027. Platzt der Deal ganz, müsste Paramount sogar sieben Milliarden Dollar Strafe zahlen.
Paramount stach Netflix aus
Witzig am Rande: Ursprünglich wollte Warner sein Streaming- und Studiogeschäft an Netflix verkaufen. Paramount hat dann aber kurzerhand mehr geboten – und zwar gleich für den ganzen Warner-Bros.-Discovery-Konzern inklusive TV-Sendern wie CNN. Genau das macht die Sache jetzt politisch so brisant.
Grünes Licht von Behörden
Grünes Licht gab es unterdessen schon von offizieller Seite: Das US-Justizministerium hat den Deal sogar ohne Auflagen durchgewinkt, die EU-Kommission nur mit der Bedingung, dass Paramount beim gemeinsamen Filmvertrieb mit Universal in Europa aussteigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Übernahme am Ende wirklich über die Bühne geht, entscheidet sich also jetzt vor Gericht in den USA.


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