KI-Musikbrei bei Schawinski – Suisa reagiert

Nachts läuft KI-Müll anstatt echter Musik auf Roger Schawinskis Radio1 – weil „die Suisa-Gebühren nachts zu teuer seien“. Noah Martin, der KI-Verantwortliche der Suisa, kontert.

In einem Interview auf persoenlich.com geht Noah Martin, der KI-Verantwortliche der Suisa auf die Verwendung von KI-Musik und Schawinskis Argumente ein. Er warnt vor den Folgen, wenn Privatsender wie Radio 1 vermehrt KI-generierte Musik einsetzen. Für die Musikschaffenden, deren Urheberrechte die SUISA vertritt, drohen erhebliche Einnahmenausfälle.

Zudem falle mit dem Radio eine wichtige Werbe- und Entdeckungsplattform weg. Herr Martin bringt es auf den Punkt: «Studien gehen davon aus, dass sich die Einnahmen aus Urheberrechten ohne regulatorische Massnahmen bereits im Jahr 2028 um bis zu knapp einen Drittel reduzieren könnten.»

Forderung nach KI-Regulierung

Für die Suisa zeige dies vor allem eines: Es brauche dringend eine Regulierung von KI-Plattformen. Diese hätten ihre Modelle jahrelang mit geschütztem Musikmaterial trainiert, ohne die Urheberinnen dafür zu entschädigen. Dazu Martin: «Dass nun die Erzeugnisse dieser KI-Plattformen die Musikschaffenden aus den Radioprogrammen drängen, bestraft die Künstler/innen doppelt.»

Widerspruch zu Schawinskis Argumentation

Der Argumentation Schawinskis, wonach Privatsender wegen hoher Nachttarife praktisch zum KI-Einsatz gezwungen seien, widerspricht die Suisa deutlich: «Die Suisa legt die Tarife nicht selber fest, sondern einigt sich über deren Ausgestaltung mit den Verbänden, welche die Nutzer:innen vertreten.» Der aktuelle Tarif sei letztes Jahr gemeinsam mit dem Verband Schweizer Privatradios verhandelt worden.

Zur Tarifhöhe stellt Martin klar: «Dabei spielt es keine Rolle, zu welcher Uhrzeit die Einnahmen erzielt werden. Entsprechend ergibt es auch keinen Sinn, nachts einen tieferen Tarif anzuwenden.» Auch nächtliche Musiknutzung sei urheberrechtlich relevant und vergütungspflichtig.

Zukunft von Urheberrecht und Geschäftsmodell

Die Zukunft hänge stark von der Gesetzgebung ab. Aktuell sei die Motion von Ständerätin Petra Gössi hängig. Zum Nutzerverhalten meint Martin pointiert: «Herr Schawinski geht hierin unserer Ansicht nach mit schlechtem Beispiel voran.»

Die Suisa suche das Gespräch mit KI-Anbietern, um Lizenzverträge auszuhandeln. Radios rät Martin zur Vorsicht: «Auch rein KI-generierte Musikstücke können Teile von urheberrechtlich geschützten Werken beziehungsweise Plagiate von solchen Werken enthalten.» Wer hingegen das über die Suisa lizenzierte Repertoire nutze, sei «rechtlich auf der sicheren Seite» – und im Streitfall auch günstiger bedient.

 

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