Opernhaus-Sanierung: Was geschieht wann, wie und wo?
Zustand unhaltbar: Kostümanproben im Flur, Arbeitsplätze ohne Fenster, zu wenig Aufenthaltsräume. Die Sanierung dauert 4 bis 6 Jahre. Was geschieht mit den Aufführungen in dieser Zeit?
Eine Studie kam schon früher zum Schluss, dass dem Opernhaus rund 60 Prozent Platz fehlen. Gerade der Erweiterungsbau von 1984, der Fleischkäse, ist der Ort, an dem viel Theaterarbeit stattfindet: Dort liegen Probebühnen, Ballettsäle, Werkstätten und Garderoben. Doch das Gebäude genüge den betrieblichen Anforderungen längst nicht mehr, teilt das Opernhaus mit. Die Sanierung ist entschiedene Sache, der Abbruch des Fleischkäses auch.
Und der Spiebetrieb um Opernhaus? Ab dem geplanten Baubeginn 2034 bleibt die Bühne im Opernhaus für vier bis sechs Jahre dunkel. Weil der Altbau saniert wird und ohne den «Fleischkäse» die Infrastruktur zur Vorbereitung der Vorstellungen fehlt, ist «ein Spielbetrieb im Opernhaus nicht möglich», wie das Haus schreibt.
Ganz Pause machen sollen Oper und Ballett aber nicht: Sie sollen in eine Interimsspielstätte umziehen, wofür 100 Millionen Franken vorgesehen sind. Wo das sein wird, ist noch nicht bekannt. Klar ist nur, dass mehrere Spielzeiten nicht am gewohnten Ort stattfinden werden. Läuft alles nach Plan, dürfte die Rückkehr ins neue Haus erst um 2038 bis 2040 anstehen.
Was ist mit dem Bernhard Theater? Auch die Boulevardbühne am Sechseläutenplatz ist im «Fleischkäse» zu Hause. Die gute Nachricht kam schon 2025: Sie kann laut Medienberichten auch nach dem Ersatz des Baus am Standort bleiben. «Das, was wir wollten», sagte Theaterchefin Hanna Scheuring damals. Ein zentraler Standort sei wichtig, weil das Haus keine Subventionen erhalte, und auch auf die Synergien mit dem Opernhaus sei es angewiesen.
Offen bleibt, wo das Ensemble der Komödien und Boulevardstücke während der Bauzeit spielt. Bestätigte Pläne sind nicht bekannt, denkbar wären aber drei Wege:
- Mit dem Opernhaus umziehen: Das würde die Synergien erhalten. Unklar ist, ob eine Interimsbühne der Oper auch zum Bernhard Theater passt und ob die 100 Millionen Franken es überhaupt mit abdecken.
- Eine eigene Zwischenbühne in Zürich: So bliebe das Theater zentral und für sein Publikum sichtbar. Ohne Subventionen müssten die Kosten dafür aber erst einmal eingespielt werden.
- Auf Gastspiele setzen: Das wäre die flexibelste Lösung, mit Auftritten an wechselnden Häusern. Dafür gäbe es wohl weniger Vorstellungen, und damit womöglich auch weniger Engagements für Schauspieler*innen.
Aber was heisst das für die Darstellenden? Bis zur ersten Probe im neuen Haus dauert es noch sehr, sehr lange. Baubeginn ist erst 2034. Während der vier- bis sechsjährigen Bauzeit muss der Betrieb raus, nach heutigem Plan dürfte er also erst um 2038 bis 2040 zurückkehren. Wir hoffen, dass man eine brauchbare Zwischenlösung findet.
Und wie sieht der Neubau aus? Keine Ahnung. Ab sofort können Teams aus aller Welt ihre Bewerbung für den Neubau einreichen. Eine Fachjury wählt aus den Bewerbungen zunächst 25 Teams aus, Ende 2027 soll das Siegerprojekt feststehen. Der Baubeginn ist für 2034 geplant.
Was kostet es? Die Baukosten werden auf rund 500 Millionen Franken geschätzt, knapp die Hälfte davon fliesst in den Altbau. Bezahlt wird mit öffentlichen Geldern und privaten Spenden.


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