Das Zelt: Adrian Steiner trickst mit Firmenwechsel

Kurz vor dem zu erwartenden Konkurs gründet Adrian Steiner eine neue Firma namens „Das Zelt“. Das alte Unternehmen bekommt einen neuen Namen und bleibt auf den Schulden sitzen.
(Das Bild zeigt eine satirische Interpretation der Situation)

Künstler*innen warten seit Monaten auf ihre Gagen, Zulieferer und Partner zittern um ausstehende Beträge.  Der Konkurs von «Das Zelt» steht nicht mehr vor der Tür, er sitzt bereits im Wohnzimmer. Der Schuldenberg von über 5 Millionen Franken lässt sich auch mit dem aufgesetzten Optimismus des Geschäftsführers Adrian Steiner nicht mehr kaschieren.

Jetzt zieht Steiner einen zirkuswürdigen Zaubertrick aus dem Hut. Tadaa: Die Firma «Das Zelt AG» verschwindet und wechselt hinter dem Vorhang den Namen auf «DZ Productions AG». Auf der Bühne wedelt Steiner mit den Händen und nochmals Tadaa: Eine neue Firma namens «Das Zelt GmbH» erscheint. Jungfräulich, leuchtend und vor allem unberührt von Schulden und Verpflichtungen.

Wohin geht der Markenname „Das Zelt“?

Die alte, verschmähte Firma, die zuletzt auch noch ihren guten Namen aufgeben musste, in Konkurs gehen. Akitiven sind kaum vermerkt, die Firma hat kein Geld. Adjöö, alte Flamme. Die Mitarbeitenden und Künstler*innen, die noch immer auf ihre Löhne warten? Egal. Die Gläubiger und Freunde, die Steiner mit ihrer Arbeit und ihrem Geld das Projekt und seine Karriere erst ermöglichten? News von gestern. Die neue, frische Firma kennt diese Leute nicht, hat nie von ihnen gehört. Die neue, jüngere GmbH steht jetzt an Steiners Seite und führt jetzt stolz den Namen «Das Zelt».

Spannend wird es, wenn Steiner die Namensrechte von „Das Zelt“ an die neue Firma übertragen will. Eine grobe Schätzung aufgrund des Mindestumsatzes 2023 attestiert dem Markennamen „Das Zelt“ einen Wert von rund 180 000 Franken.  Nicht genug, um die Schulden zu bezahlen, aber doch ein Batzen, mit dem man wenigstens einige ausstehende Gagen und Löhne  bezahlen könnte.

Täuschung mit System

Steiner hat diesen durchaus legalen, wenn auch übelriechenden Trick nicht das erste Mal abgezogen. So nannte er im August dieses Jahres die angeschlagene Tochterfirma «Das Zelt Gastronomie GmbH» in «Talentix Gastro» um und liess sich gleich danach aus dem Verwaltungsratsregister streichen. Praktischerweise bevor das Unternehmen Konkurs ging. Einmal, zweimal Namenszauber, simsalabim, und die Spur des Versagens führt nicht mehr zu Adrian Steiner.

Noch nicht genug verwirrt? Hier mehr: Steiner führt seit Jahren mehrere ineinander verschachtelte Firmen, die ihre Namen mehrfach gewechselt haben. Seine erste «Das Zelt GmbH» (ursprünglich Le Chapiteau) wurde von der Conventis Holding AG gegründet. Diese hiess zuvor Swissgroup GmbH und wurde später Teil der «Das Zelt» AG, seiner zweiten Gründung mit diesem Namen.

Vor der Gründung der «Das Zelt» AG fusionierte Steiner die erste «Das Zelt» GmbH in die Swissgroup AG, die anschliessend in Showgroup AG umbenannt wurde. Aus der namensähnlichen Showgroup GmbH ging eine Swissgroup GmbH hervor. Sie ist nicht mit der gleichnamigen Firma zu verwechseln, die später in Conventis umbenannt wurde.

Die aktuelle «Das Zelt» GmbH, seine dritte Firma mit diesem Namen, wurde über diese Swissgroup GmbH gegründet, deren Anteile ebenfalls Steiner gehören. Im Hintergrund besteht mit der Geveba zudem eine Familienholding. Zu ihrem Firmenzweck zählen «Finanzierungs-, Sanierungs- und Interzessionsmassnahmen» zugunsten von Aktionären und Konzerngesellschaften.

Wertlose Tickets und leere Versprechungen

Doch wer will traurig in der Vergangenheit grübeln, wenn die Zukunft doch so trefflich leuchtet? Steiner will im März mit einer Jubiläumsproduktion die Zelte in Zürich aufschlagen, die Tickets sind im Verkauf. Doch auch da ist Vorsicht geboten

Auch bei die Tickets für die angekündigten, dann aber abgesagten Herbst- und Winter­vorstellungen wurden fleissig verkauft. Sie sind jetzt wertloses Papier. Keine Rückerstattung, keine Kommunikation. «Das Zelt» hat es nicht mal für nötig befunden, die geprellten Kunden über den Ausfall der Vorstellungen zu informieren.

Im Gegenteil: Auf der «Das Zelt»-Homepage sind sämtliche Events noch als aktiv aufgeführt. Nur wer sich bis zur Ticketverkaufsseite durchklickt, erfährt, dass da gar nichts stattfindet.

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