SRG-Halbierung: Suisseculture sieht Schweizer Identität in Gefahr
Die Schweizer Kulturszene schlägt Alarm: Die „Halbierungsinitiative“ gefährdet nicht nur den medialen Service public, sondern entzieht der Schweizer Kultur ihre wichtigste Basis. Suisseculture fordert ein deutliches Nein an der Urne.
In einer aktuellen Einordnung macht Suisseculture deutlich, dass eine Annahme der Initiative weit über einfache Sparmassnahmen hinausgehen und eine «irreversible strukturelle Schwächung» der Schweizer Institutionen bedeuten würde.
Bereits heute steht die SRG unter erheblichem finanziellem Druck. Der Bundesrat hat bereits beschlossen, die Abgabe bis 2029 schrittweise auf 300 Franken zu senken. Laut Suisseculture sind die daraus resultierenden Sparprogramme – die schon jetzt zu Formatstreichungen und Stellenabbau führen – nur das «Vorspiel». Eine zusätzliche Senkung auf 200 Franken, wie sie die Initiative verlangt, würde laut Verband nicht mehr zu Optimierungen, sondern zu massiven Kahlschlägen führen.
Warum die Kultur besonders leidet
Für Suisseculture ist die SRG weit mehr als ein Medienanbieter; sie ist eine tragende Säule des nationalen Kulturschaffens:
Grösste Kulturproduzentin: Unverzichtbar für die Finanzierung und Umsetzung von Projekten in Film, Musik und Literatur.
Zentrale Vermittlerin: Während sich private Medien aus der regionalen Kulturberichterstattung zurückziehen, bleibt die SRG oft die einzige Plattform, die Schweizer Geschichten über die Sprachgrenzen hinweg sichtbar macht.
Inklusion: Fast eine Million Menschen mit Sinnesbehinderungen sind für den Zugang zu Kultur auf die spezialisierten Dienstleistungen der SRG (Untertitel, Gebärdensprache) angewiesen.
Kritik ja, Zerstörung nein
Suisseculture betont, dass man die Unzufriedenheit innerhalb der Kulturszene durchaus ernst nehme. Der Frust über strategische Entscheidungen der SRG sei teilweise gerechtfertigt. Dennoch warnt der Verband davor, die Initiative als Lösung zu sehen: Reformen gelingen nur aus einer Position der Stärke. Eine Halbierung der Mittel würde dazu führen, dass am Ende «kaum etwas übrig bleibt – und die Kultur gestrichen wird».
In einem Markt mit vier Landessprachen seien kommerzielle Anbieter schlicht nicht in der Lage, die entstehenden Lücken zu füllen. Die praktische Konsequenz wäre ein Rückzug der Schweizer Kultur aus dem audiovisuellen Raum.
Ausblick
Du findest unsere Unterlagen zum NEIN zur SRG-Halbierungsinitiative mit Argumenten und
weiteren Informationen auf:
www.suisseculture.ch/aktuellesundinfo/200-chf-sind-nicht-genug/



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