Schweizer Preise Darstellende Künste 2022

Schweizer Preise Darstellende Künste 2022

Text von Viviane Bonelli, SzeneSchweiz Romandie

Im neu renovierten Theater in Carouge werden wir in einer gedämpften, aber entspannten Atmosphäre empfangen. Die Gäste tuscheln und werfen Blicke von einer Seite zur anderen, um zu erraten, wer sich hinter dem extravaganten Haarschnitt oder dem perfekten Make-up verbirgt.

Ein Mercedes parkt, Bundesrat Alain Berset steigt mit zwei oder drei schwarz gekleideten Personen aus dem Auto, weitere Persönlichkeiten folgen. Fotografen und Kameraleute drängen sich, um jede Emotion, jeden Moment festzuhalten.

Ein deutscher Künstler mit einem originellen Look spricht mich mit einem starken Akzent und einem schönen Lächeln an. Er steht da, verlegen, aber glücklich, seine Freunde zu begleiten, die einen Preis entgegennehmen wollen.

Die Türklingel ertönt. Es ist Zeit, in den Saal zu gehen. Ich sitze ganz oben, um die Atmosphäre besser zu spüren. Die Lichter gehen aus, das Moderatorenduo bringt die Anwesenden zum Lachen. Dann folgt ein Künstler nach dem anderen, um seinen Preis in Empfang zu nehmen. Lachen, Tränen, viel Leidenschaft und Emotionen, und dann erhält Barbara Frey den Hans-Reinhart-Ring 2022, wunderschön, glänzend, eine Anerkennung für ihre gesamte Karriere. Sie wird geehrt, das Publikum applaudiert, die Lichter gehen an, dann geht die Party weiter und die Zungen lösen sich, die Krawatten werden gelockert, die Schminke wird gelöst und das Leben nimmt seinen Lauf. Die Künstler schlendern mit einem Glas in der Hand umher, erleichtert und glücklich.

Danke für diesen schönen Abend.

Hier finden sie die Aufzeichnung der Preisverleihung in voller Länge.

 

 

Workshop-Angebot von SzeneSchweiz

Exklusiv für SzeneSchweiz-MitgliederWorkshop „Tonstudio für Anfänger*innen“

Zum neunten Mal präsentieren SzeneSchweiz und VPS-ASP den Workshop Tonstudio für Anfänger*innen.

Das Bedürfnis nach mehreren beruflichen Standbeinen ist gross – sei es bei den Freischaffenden oder auch den festangestellten darstellenden Künstlerinnen und Künstlern.

Der eintägige Kurs versteht sich als Sprungbrett für alle weiteren Schritte in den Beruf als Sprecherin oder Sprecher. Mit der Arbeit an Kommentar- und Werbetexten können neue oder auch ergänzende Erfahrungen am Mikrofon gesammelt werden. Ganz ohne Druck, ein pfannenfertiges Ergebnis abliefern zu müssen.

Irina Schönen und Stephan Lendi (Sprecher und Coaches) unterstützen die Teilnehmenden bei den Aufnahmen, zusammen mit Leoš Gerteis von den NJP Tonstudios. Sie geben Feedback, beantworten Fragen und berichten über die Arbeit als professionelle Sprecher*innen und im Studio.

Wann: Montag 14. November 2022 von 9 – 17 Uhr (eine Stunde Mittagspause)

Wo: NJP Studios, Vorderzelgstrasse 7a, 8700 KüsnachtKosten: 180.- (subventioniert durch SzeneSchweiz)

Anmeldunginfo@szeneschweiz.ch

Anmeldefrist: 31. Oktober 2022

Der Kurs ist auf 8 Teilnehmende beschränkt. Anmeldungen werden nach Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt und gelten ab dem 1. November als verbindlich. Danach werden Annullierungsgebühren erhoben.

 

Exklusiv für SzeneSchweiz-MitgliederSocial Media-Workshop am Montag, 14. November 2022

Unser beliebter Workshop zu Social Media mit Reda El Arbi (Journalist & Blogger) findet wieder statt. Die Eckdaten:

  • Montag, 14. November 2022
  • im SIG-Mehrzweckraum an der Kasernenstrasse 15, 8004 Zürich (Eingang via Innenhof)
  • Von 11:15 bis 18:00 Uhr
  • SzeneSchweiz übernimmt sämtliche Kosten wie auch den Lunch

Der Inhalt:Die beiden Pandemie-Jahre haben auch in den darstellenden Künsten das Bewusstsein für digitale Möglichkeiten geschärft. So haben verschiedenste Künstler*innen neue, virtuelle Kanäle entdeckt und sich die unterschiedlichsten (digitalen) Bühnen auf Social Media geschaffen. Von ganzen Filmen, die in Instagram-Stories gezeigt werden, über Podcasts, in denen Sprecher*innen ihre Fähigkeiten einbringen konnten, bis zu Twitch-Livestreams – alles steht da draussen zur Verfügung.Wir machen eine kleine Einführung zu allen relevanten Social Media-Plattformen und suchen gemeinsam nach Ideen.Anmeldungen nehmen wir gerne per Email an info@szeneschweiz.chentgegen.Anmeldeschluss ist der Freitag, 28. Oktober 2022.

 

Erinnerung – freie Plätze!

Liebe Obleute und Ensemblesprecher*innen

Als gewählte Ortsgruppenvertreter*innen habt ihr nach Art. 34 GAV die schwierige Aufgabe, eure Kolleg*innen zu vertreten und mit der Direktion eures Hauses über Ausnahme-Regelungen zu verhandeln. Um euch in dieser Aufgabe zu unterstützen, führen wir einen Workshop mit einem international erfahrenen Verhandlungstrainer durch:

Wie kann ich als Obmann/Obfrau/Sprecher*in die Interessen meiner Kolleg*innen bestmöglich vertreten?

Gerne machen wir euch nochmals auf den Workshop aufmerksam:

Datum: Montag, 21. November 2022

Zeit: 10:15 bis max. 17:00 Uhr

Ort: SIG Mehrzweckraum, Kasernenstrasse 23 (im Hof, im Untergeschoss), 8004 Zürich

Kosten: Alle Kosten inkl. Lunch trägt SzeneSchweiz

Maximale Teilnehmerzahl: 15

Anmeldung: bis spätestens 31. Oktober 2022 per Mail an info@szeneschweiz.ch 

Verhandlungstrainer: Jochen Luksch ist geschäftsführender Partner der Beratungsfirma Egger, Philips & Partner AG. Der Jurist und ehemalige Journalist begleitet seit vielen Jahren Verhandlungen in den verschiedensten Branchen. Er bietet Verhandlungstrainings, Coaching und Mediation nach dem Harvard-Konzept an.

 

Prix suisses des arts de la scène 2022

Texte de Viviane Bonelli, ScèneSuisse Romandie

Dans un théâtre de Carouge refait à neuf, on nous accueille dans une ambiance feutrée mais décontractée. Les convives chuchotent en jetant des coups d’œil de part et d’autre afin de deviner qui se cache derrière cette coupe de cheveux extravagante ou ce maquillage parfait.

Une Mercedes se gare, notre conseiller fédéral Alain Berset sort de la voiture avec deux ou trois personnes tout de noir vêtues, d’autres personnalités se succèdent. Les photographes et les cameramans se pressent afin de capter chaque émotion, chaque instant.

Un artiste allemand au look original me parle avec un fort accent et un beau sourire. Il est là, gêné mais heureux d’accompagner ses amis qui viennent recevoir un prix.

La sonnette retentit. Il est l’heure de rejoindre la salle. J’assieds tout en haut pour mieux ressentir l’ambiance. Les lumières s’éteignent, le duo de modérateur fait rire l’assemblée. Puis, les artistes se succèdent les uns après les autres pour recevoir leur prix. Des rires, des larmes, beaucoup de passion et d’émotion, et puis Barbara Frey reçoit l’Anneau Hans Reinhart 2022, magnifique, brillant, une reconnaissance pour l’ensemble de sa carrière. On lui rend hommage, le public applaudit, les lumières s’allument puis la fête continue et les langues se délient, les cravates se dénouent, les maquillages se défont et la vie reprend son souffle. Les artistes déambulent un verre à la main, soulagés, heureux.

Merci pour cette belle soirée.

Grosses Theater ganz klein – Kleines Theater ganz gross

Puppentheater, Papierkulissen, Opernhaus in Zimmergrösse, doch Dekors und Ausstattung wie bei grossen Bühnen: Die Ausstellung «Alles nur Theater?» im Haus Appenzell dokumentiert von Oktober bis April grosses Herzblut für kleine Theater.

Miniaturtheater ganz unterschiedlicher Art stehen im Mittelpunkt der Ausstellung – gemeinsam ist ihnen eine grosse Spielfreude und viel Liebe zum Detail. Zu spüren ist die Begeisterung der Personen dahinter für das Theater, die Oper, für Geschichten, für den Wunsch, das Publikum in andere Zeiten, Länder und Themen reisen zu lassen.

Theater zum Ausschneiden

Im 19. Jahrhundert erfreuten sich Papiertheater in bürgerlichen Familien einer grossen Beliebtheit als Spielzeug und Bildungsinstrument. Vergleichbar mit den heutigen Bastelbogen zum Ausschneiden, Zusammenbauen und Spielen, waren sie oft den Inszenierungen der grossen Bühnen nachempfunden und reichten von der Oper über das Schauspiel bis zum Märchen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in diese Welt und zeigt eine Privatsammlung historischer Papiertheater erstmals öffentlich. Nebst Klassikern aus deutschen Verlagen sowie aus Frankreich werden auch Raritäten aus Dänemark und England präsentiert, die der Sammler Peter Mäder teils mit Zinnfiguren und Marionetten neu belebt.

Raffinierte Bühnentechnik

Der zweite Teil widmet sich Toblers Marionettentheater – eine für ihre Zeit technisch raffiniert ausgestattete Heimpuppenbühne aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Gebrüder Georg und Justus Tobler bauten Rittersäle und Räuberstuben originalgetreu im Miniaturformat nach und erweckten sie mittels Marionettenfiguren und Bühnentechnik zum Leben. Im Haus Appenzell wird die Originalbühne gezeigt: Sie verfügt über Konstruktionen wie Versenkungen oder elektrisches Licht, die damals selbst an grossen Häusern noch nicht zum Standard gehörten. Daneben sind Kulissen, Regiebücher, Theaterplakate und Figuren mit allerlei Zubehör aus dem reichhaltigen Fundus zu sehen.

Opernhaus im Zimmerformat

Schliesslich entführen die puppenstubengrossen Opernszenerien des Dekorateurs und Zürcher Originals Bernhard Vogelsanger in die grosse weite Welt des Musiktheaters. Während fast 50 Jahren betrieb er in seiner Genossenschaftswohnung in Zürich Schwamendingen das wohl kleinste Opernhaus der Welt. Liebevoll und mit grösster Sorgfalt gestaltete er Kulissen und Pappfiguren, ja, selbst Schallplattenhüllen und inszenierte Akt für Akt die mitreissenden Geschichten von Liebe, Leidenschaft und Tod. Dem ausgewählten Publikum bot Vogelsanger Samstag für Samstag Opern, Operetten und Musicals. Während sein umfangreiches Vermächtnis noch immer inventarisiert wird, ist eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen.

Alle Fotos: © Haus Appenzell, Zürich

 

Massive Vorwürfe an die Ballettschule Theater Basel

Fortsetzung Medienspiegel vom 30. September 2022: In Kooperation mit der „NZZ am Sonntag“ hat das Online Magazin „Bajour“ aus Basel eine umfangreiche Recherche zur Thematik publiziert, die auf Interviews mit 33 Tänzerinnen basiert. Trotz jahrelangem Missbrauch hat die Basler Behörde bis anhin wenig unternommen. Die Leitung der Schule streiten die Vorwürfe vehement ab. Darunter waren erschütternde Stimmen der Tänzerinnen wie diese:

«Als eine Mitschülerin völlig abgemagert ins Spital eingeliefert und an die Sonde angeschlossen werden musste, rüttelte uns das durch. Wir waren zu jung, um das mit den Methoden der Schule in Verbindung zu bringen, für uns war die Botschaft: So dünn müssen wir also werden, um der Direktorin zu gefallen.»

Julie Diethelm, Schülerin an der BTB

oder diese:

«Ich weinte regelmässig und hoffte, man würde uns helfen. Aber niemand setzte sich für uns ein. Es schien, als hätten sie alle eine stillschweigende Vereinbarung getroffen: Was hier läuft, mag hart sein, aber nötig. Man brach uns, und alle schauten zu.»

Madison Devietti

Aktuell will die Ballettschule Theater Basel  eine unabhängige Untersuchung in Auftrag geben und sich wheren, was in einer Mitteilung auf Bajour heute bekannt gegeben wurde. Dies nachdem Bajour und die «NZZ am Sonntag» Vorwürfe von Schüler*innen publik machten, die von jahrelangem Missbrauch berichten.

In den Gesprächen, die Bajour und die «NZZ am Sonntag» mit den 33 Schüler*innen führten, werden der Schule Demütigungen im Unterricht, systematische Beschimpfungen und Mobbing vorgeworfen. Die meisten Frauen sollen während der Zeit an der BTB keine Menstruation gehabt, eine 1,69 Meter grosse Studentin noch 36 Kilo gewogen haben. Panikattacken, Essstörungen, Ermüdungsbrüche sollen die Folge gewesen sein. Neben den Gesprächen haben wir zahlreiche Krankenakten, Mails und Textnachrichten ausgewertet.

Bajour, Online Magazin

Es sei nicht die erste öffentliche Diskussion über die Ausbildung von Balletttänzer*innen in der Schweiz. Lange Zeit hätten die Spitzensportler*innen als Symbol für Eleganz und Perfektion, wenn sie anmutig Pirouetten drehen und scheinbar mühelos auf Zehenspitzen über die Bühne gleiten. Doch das System, das Balletttänzer*innen hervorbringt, steht immer öfter unter Kritik. Diesen Sommer machte Die Zeit Anschuldigungen publik, dass an der Zürcher Tanz Akademie (TAZ) ein System der Angst herrsche.

Wichtig: Die Mitgliedschaft bei SzeneSchweiz ist währen der Ausbildung gratis und auf der Website gibt es eine anonyme Meldeplattform, die jederzeit genutzt werden kann.

Malcantone in Ticino: Salone Piazza Grande, Curio

A cura di Blue Sky

Il Malcantone è un territorio del Canton Ticino, comprensivo di diciannove comuni, che si estende dal Lago di Lugano fino al Monte Lema, costellato da piccoli villaggi, strade di montagna, grandi castagni e vigneti. Un tempo era attiva l’estrazione di minerali metallici di cui oggi restano solo alcuni reperti storici visitabili in diversi luoghi della regione e, nelle valli, è possibile visitare preziosi tesori artistici, culturali e musei caratteristici.

Ed è proprio in questa regione che si possono trovare perle rare dell’arte performativa in Ticino. Artisti e spazi di inusuale bellezza e alta professionalità, legati da un desiderio di condivisione della propria e altrui umanità. Dove l’arte si fa casa, diventa materia, nei corpi e prende valore tanto nella ricerca silenziosa quanto nei luoghi aperti al pubblico.

Blue Sky ha incontrato, per Ensemble, gli artisti del Malcantone associati a Scena Svizzera: Opera retablO di Ledwina Costantini, Salone Piazza Grande di Sandro Schneebeli, Teatro Agorà di Marzio Paioni e Olimpia De Girolamo, Teatro Lo Sgambetto per la direzione di Melanie Häner. Ognuno di loro è un microcosmo!

Intervista a Sandro Schneebeli, musicista e fondatore del Salone Piazza Grande

L’Associazione Salone Piazza Grande a Curio, è stato fondato da Sandro Schneebeli, chitarrista, compositore e produttore (NEVEmusic.ch), come un luogo per eventi musicali e culturali uniti a cibo di qualità e per eventi privati.

Come nasce Salone Piazza Grande?

Questo spazio nasce da un’idea lontana nel tempo.In origine cercavo uno studio, dopo essere diventato papà per la seconda volta, per poter lavorare in tranquillità fuori casa. Ho trovato uno spazio a Madonna del Piano, dentro una fabbrica di micro meccanica di un amico. Era molto grande, mentre io cercavo un piccolo atelier e un ufficio. Questo però ha dato il la all’idea di poterci aprire e programmare dei piccoli concerti. Così ho sistemato lo spazio, l’abbiamo chiamato Allocale (poi Circolo Allocale) e per sette anni abbiamo organizzato eventi privati associati a una semplice cena.

I soci sono diventati sempre di più e così ho deciso di spostarmi a Curio, il mio luogo di origine, di cambiare faccia all’Associazione e di fondare nel 2017 l’associazione Salone Piazza Grande che ad oggi conta circa centosessanta soci. Qui continuo a proporre eventi abbinando il cibo all’origine del musicista ospite o al genere musicale: questa modalità  sta avendo successo e arriva un pubblico molto variegato.

Nasce da una mia esigenza di creare un punto d’incontro ed è il mio modo di socializzare.

Sandro Schneebeli

Questo fare multiculturale mi ha ricordato le strade e le piazze africane, piene di gente, di suoni, di vita, di incontro, come mai questo nome?

Le persone arrivano in paese, cercando la Piazza Grande e non la trovano. Sai perché? Cento anni fa la famiglia Morandi voleva creare per il paese una struttura come punto di incontro e il municipio ha messo loro a disposizione la piazza stessa. Così hanno costruito la struttura sopra la piazza e da qui il nome Salone Piazza Grande di cui oggi sono il gestore.

Non lo faccio per un business personale e non esiste la concorrenza tra artisti. Per me esiste la sinergia, insieme si può creare più movimento culturale.

Quale è il fulcro dell’attività del Salone?

Nasce da una mia esigenza di creare un punto d’incontro ed è il mio modo di socializzare. Non ho bisogno di andare nei bar, nei teatri o ai concerti: la gente viene da me. Ho il lusso di organizzare musica e di ingaggiare artisti a cui tengo, secondo il mio gusto. Mi piace creare situazioni in cui le persone vivono un’esperienza di cortocircuito culturale: sei a Curio, un piccolo villaggio svizzero e una volta aperta la porta del Salone, atterri all’improvviso a New York, Berlino o Parigi.

Nella mia storia di musicista, avendo studiato a Berna, viaggiato  molto e collaborato con artisti di tutto il mondo ho potuto creare una serie di contatti importanti. Così quando i musicisti sono in tournée in Europa, passano anche di qui e posso offrire musica di qualità al mio pubblico. Organizzare eventi è la mia passione e mi è rimasta da quando da giovane facevo il cameriere per pagarmi gli studi a Berna: preparare la mis en place, accogliere le persone e sistemare la sala per  gli eventi è un grande piacere.

Era già uno spazio eventi e porta con sé lo storico del mio studio precedente e la memoria stessa del luogo.

Non lo faccio per un business personale e non esiste la concorrenza tra artisti. Per me esiste la sinergia, insieme si può creare più movimento culturale. A me interessa proporre buona musica e sono stupito del fatto che ad oggi il mio pubblico arriva anche da lontano e si fa quarantacinque minuti o un’ora di strada per assistere alle serate. Il livello artistico è fondamentale e cerco sempre di trovare quei gruppi nei quali puoi riconoscere autenticità, indipendentemente dal genere e dal gusto personale.

Anche il cibo è una delle note di importanti delle serate e il nostro cuoco Anthony Aiello (membro del comitato), cerca sempre di trovare ricette particolari spaziando nei vari generi culinari. Il Salone non è finanziato da fondi pubblici, per scelta, e prosegue la sua attività grazie ai soci che ogni anno decidono liberamente di aderire al progetto. E’ con questa volontà che il Salone continua ad essere in vita e a proporre la programmazione annuale.

Se dovessi dare una definizione: Salone Piazza Grande è ……?

Era già uno spazio eventi e porta con sé lo storico del mio studio precedente e la memoria stessa del luogo. Ai tempi era già l’osteria del paese: un ristorante-taverna dove la gente  veniva a passare le serate e le giornate. Io sono nato e cresciuto a Curio. Qui i vecchietti venivano a giocare a carte, il camino era sempre acceso, si faceva la polenta, si festeggiavano i carnevali e i Natali con il San Nicolao che entrava con l’asino (che ho scoperto poi essere mio padre!). Sono poi passati diversi gerenti e per quasi quindici anni è rimasto un edificio in rovina, poi la famiglia Affolter di Zurigo lo ha acquistato e completamente ristrutturato mantenendo l’originalità del posto con l’intento di farlo diventare uno spazio eventi. Lo hanno gestito per dieci anni e poi ho deciso di prenderlo io.  Ancora oggi Salone Piazza Grande, oltre che luogo di eventi musicali, rimane luogo di incontro per il paese e, due volte al mese, l’associazione CineCurio propone proiezioni cinematografiche. Inoltre d’estate, il sabato e la domenica, il locale è aperto per offrire servizio ai turisti e al paese. Infine è possibile affittare gli spazi per eventi privati. Io lo chiamo “il piccolo LAC del Malcantone” e il mio motto è “facciamo fluire la cultura!”.

Biografia

L’Associazione Salone Piazza Grande è nata nel 2017 ed ha come scopo principale quello di diffondere tramite concerti e altre forma artistiche, la cultura fra le persone. Un incontro tra musicisti e il pubblico del luogo che vuole essere spontaneo e naturale. Uno spazio nel Malcantone in cui rilassarsi e stabilire un dialogo con le diverse culture del mondo. In programma ogni anno  12-16 eventi.

Sandro Schneebeli: chitarrista, compositore, produttore (NEVEmusic), coach per team building, musica per teatro e film. Chitarrista svizzero di notevole caratura, vive a  Curio ma le sue radici familiari spaziano dalla Siberia alla Sicilia. Musicista e viaggiatore appassionato, ha visitato con la sua musica tutti i continenti suonando ovunque con musicisti locali e a festival internazionali.

 

Workshop „mieux appréhender son casting“

Deutsche Übersetzung weiter unten

Le 28 novembre ScèneSuisse vous propose en collaboration avec Culture Valais un workshop pour les comédiens afin qu’ils puissent mieux appréhender leurs castings.

Il sera donné par le directeur de casting parisien David Baranes qui a plusieurs longs métrages, séries, pub et séries Netflix à son actif. Une formation pour mieux appréhender cet exercice, peu naturel pour un comédien mais si essentiel dans ce métier. Travailler sur le stress, le lâcher prise, la présentation, le texte et le personnage. Il s’agira de travailler sur des scènes d’essais et de mise en situation de casting, il évoquera également l’exercice de la self tape. Des conseils personnalisés seront donnés aux acteurs sur l’état actuel de leur carrière afin de la faire évoluer.

David Baranes est constamment à la recherche de nouveaux visages, et actuellement en préparation du prochain film de Clovis Cornillac ainsi qu’une série pour une plateforme et se réjouit d’ores et déjà de venir en Suisse pour rencontrer les acteurs !

Tous ses castings en cours ici et ici.

Workshop gratuit pour les membres et 150 FRS pour les non membres.
Inscription et renseignements: info@scenesuisse.ch

 

Deutsche Übersetzung

Am 28. November bietet Ihnen SzeneSchweiz in Zusammenarbeit mit Culture Valais einen Workshop für Schauspieler an, damit sie ihre Castings besser bewältigen können.

Der Kurs wird vom Pariser Casting-Direktor David Baranes gehalten, der bereits mehrere Spielfilme, Serien, Werbespots und Netflix-Serien auf seinem Konto hat. Eine Schulung, um diese für Schauspieler unnatürliche, aber in diesem Beruf so wichtige Übung besser zu bewältigen. Es wird an Stress, Loslassen, Präsentation, Text und Charakter gearbeitet und an Szenen von Probeaufnahmen und Casting-Situationen, wie auch die Übung des Self-Taping besprochen. Den Schauspielern werden persönliche Ratschläge zum aktuellen Stand ihrer Karriere gegeben, um sie weiterzuentwickeln.

David Baranes ist ständig auf der Suche nach neuen Gesichtern und bereitet derzeit den nächsten Film von Clovis Cornillac sowie eine Serie für eine Plattform vor. Er freut sich schon darauf, in die Schweiz zu kommen und die Schauspieler zu treffen!

Alle ihre aktuellen Castings hier und hier.

Kostenloser Workshop für Mitglieder und 150 CHF für Nichtmitglieder.
Anmeldung und Informationen: info@scenesuisse.ch

 

Malcantone im Tessin: Salone Piazza Grande, Curio

Text von Blue Sky

Der Malcantone ist ein Gebiet im Kanton Tessin, das neunzehn Gemeinden umfasst und sich vom Luganersee bis zum Monte Lema erstreckt, mit kleinen Dörfern, Bergstraßen, großen Kastanienbäumen und Weinbergen. Und genau in dieser Region befinden sich seltene Perlen der Tessiner Performancekunst.

Einst wurden Metallerze abgebaut, von denen heute nur noch wenige historische Artefakte erhalten sind, und in den Tälern können wertvolle Kunst- und Kulturschätze und charakteristische Museen besichtigt werden. Künstler*innen und Räume von ungewöhnlicher Schönheit und hoher Professionalität, die durch den Wunsch verbunden sind, ihr eigenes Menschsein mit den anderen zu teilen. Dort, wo sich die Kunst zu Hause fühlt, wird sie zu Materie, zu Körpern, und gewinnt an Wert sowohl in der stillen Suche wie auch an öffentlich zugänglichen Orten.

Blue Sky traf für Ensemble-Magazin die Künstler*innen des Malcantone, die  Mitglieder von ScenaSvizzera sind: Opera retablO von Ledwina Costantini, Salone Piazza Grande von Sandro Schneebeli, Teatro Agorà von Marzio Paioni und Olimpia De Girolamo und Teatro Lo Sgambetto unter der Leitung von Melanie Häner – jede und jeder von ihnen ist ein Mikrokosmos der Performancekunst!

Interview mit Sandro Schneebeli, Musiker und Gründer von Salone Piazza Grande

Der Verein Salone Piazza Grande in Curio wurde von Sandro Schneebeli, Gitarrist, Komponist und Produzent, als Veranstaltungsort für musikalische und kulturelle Events in Kombination mit hochwertiger Gastronomie und privaten Events gegründet.

Ensemble Magazin: Wie wurde der Salone Piazza Grande geboren?

Sandro Schneebeli: Dieser Raum ist vor langer Zeit aus einer Idee geboren. Ursprünglich war ich auf der Suche nach einem Studio, damit ich in Ruhe außerhalb des Hauses arbeiten konnte, nachdem ich zum zweiten Mal Vater geworden war. Ich fand einen Raum in Madonna del Piano, in einer Mikromechanik-Fabrik eines Freundes. Er war sehr groß, während ich auf der Suche nach einem kleinen Studio und einem Büro war. Dies gab jedoch grünes Licht für die Idee, dort kleine Konzerte zu organisieren. Also richtete ich den Raum ein, wir nannten ihn Allocale (später Circolo Allocale), und sieben Jahre lang organisierten wir private Veranstaltungen, die mit einem einfachen Abendessen verbunden waren.

Die Mitglieder wurden immer mehr und so beschloss ich, nach Curio, meinem Herkunftsort, umzuziehen, um das Gesicht des Vereins zu verändern und 2017 den Verein Salone Piazza Grande zu gründen, der heute etwa einhundertsechzig Mitglieder hat. Hier biete ich weiterhin Veranstaltungen an, bei denen das Essen auf die Herkunft des Gastmusikers oder auf das Musikgenre abgestimmt ist: Dieser Modus hat sich bewährt, und es kommt ein sehr vielfältiges Publikum.

Es entspringt meinem Bedürfnis, einen Treffpunkt zu schaffen, und es ist meine Art, Kontakte zu knüpfen.

Sandro Schneebeli, Gründer des Salone Piazza Grande in Curio

Dieses multikulturelle Treiben erinnerte mich an afrikanische Straßen und Plätze, voller Menschen, Geräuschen, Leben, Begegnungen – warum dieser Name?

Die Leute kommen in das Dorf und suchen nach der Piazza Grande und finden sie nicht. Weisst du warum? Vor einhundert Jahren wollte die Familie Morandi eine Struktur für das Dorf als Treffpunkt schaffen, und die Gemeinde stellte ihnen den Dorfplatz zur Verfügung. Sie bauten die Struktur oberhalb des Platzes und daher der Name Salone Piazza Grande, dessen Leiter ich heute bin.

Ich mache das nicht aus persönlichen  geschäftlichen Gründen, und es gibt keinen Wettbewerb zwischen den Künstlern. Für mich gibt es Synergien, gemeinsam können wir mehr kulturelle Bewegung schaffen.

Was ist der Schwerpunkt der Aktivitäten des Salone?

Es entspringt meinem Bedürfnis, einen Treffpunkt zu schaffen, und es ist meine Art, Kontakte zu knüpfen. Ich muss nicht in Bars, Theater oder Konzerte gehen: Die Leute kommen zu mir. Ich habe den Luxus, Musik zu organisieren und Künstler zu engagieren, die mir wichtig sind, ganz nach meinem Geschmack. Ich mag es, Situationen zu schaffen, in denen die Leute ein kulturelles Erlebnis des Staunens und der Ehrfurcht haben: man ist in Curio, einem kleinen Schweizer Dorf, und sobald man die Tür des Salones öffnet, landet man plötzlich in New York, Berlin oder Paris.

In meinem Werdegang als Musiker, der in Bern studiert hat, viel gereist ist und mit Künstlern aus der ganzen Welt zusammengearbeitet hat, konnte ich eine Reihe wichtiger Kontakte knüpfen. Wenn also Musiker in Europa auf Tournee sind, kommen sie auch hier vorbei, und ich kann meinem Publikum hochwertige Musik bieten. Das Organisieren von Veranstaltungen ist meine Leidenschaft und hat mich nicht mehr losgelassen, seit ich als junger Mann als Kellner gearbeitet habe, um mein Studium in Bern zu finanzieren: Das Vorbereiten des Mise en place, der Empfang der Gäste und das Einrichten des Raums für Veranstaltungen machen mir viel Freude.

Es war bereits ein Veranstaltungsraum und trägt die Geschichte meines früheren Ateliers und die Erinnerung an diesen Ort in sich.

Ich mache das nicht aus persönlichen  geschäftlichen Gründen, und es gibt keinen Wettbewerb zwischen den Künstlern. Für mich gibt es Synergien, gemeinsam können wir mehr kulturelle Bewegung schaffen. Mir geht es darum, gute Musik anzubieten, und ich bin erstaunt, dass mein Publikum bis heute von weit her kommt und fünfundvierzig Minuten bis zu einer Stunde unterwegs ist, um Auftritte zu besuchen. Die künstlerische Ebene ist von grundlegender Bedeutung, und ich versuche immer, die Bands zu finden, bei denen man die Authentizität erkennen kann, unabhängig von Genre und persönlichem Geschmack.

Auch das Essen ist ein wichtiger Bestandteil der Abende, und unser Küchenchef Anthony Aiello (Mitglied des Komitees) versucht immer, besondere Rezepte aus verschiedenen kulinarischen Genres zu finden. Der Salone wird nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert, er setzt seine Aktivitäten dank der Mitglieder fort, die sich jedes Jahr freiwillig für eine Mitgliedschaft entscheiden. In diesem Sinne ist der Salone weiterhin lebendig und bietet sein Jahresprogramm an.

Wenn du eine Definition geben müsstest: Salone Piazza Grande ist …?

Es war bereits ein Veranstaltungsraum und trägt die Geschichte meines früheren Ateliers und die Erinnerung an diesen Ort in sich. Damals war es bereits die Dorfschänke: eine Restaurant-Schänke, in der die Menschen ihre Abende und Tage verbrachten. Ich bin in Curio geboren und aufgewachsen. Die alten Leute kamen hierher, um Karten zu spielen, der Kamin war immer angezündet, es wurde Polenta gemacht, Karneval und Weihnachten wurden gefeiert, und der Nikolaus kam auf einem Esel (der, wie ich später herausfand, mein Vater war!). Dann kamen und gingen mehrere Verwalter, und fast fünfzehn Jahre lang blieb das Gebäude eine Ruine. Dann kaufte es die Familie Affolter aus Zürich und renovierte es vollständig, wobei die Originalität des Ortes erhalten blieb, mit der Absicht, es in einen Veranstaltungsraum zu verwandeln. Sie haben es zehn Jahre lang betrieben, und dann habe ich beschlossen, es zu übernehmen.  Auch heute noch ist der Salone Piazza Grande nicht nur ein Ort für Musikveranstaltungen, sondern auch ein Treffpunkt für das Dorf, und zweimal im Monat bietet der Verein CineCurio Filmvorführungen an. Im Sommer ist das Lokal außerdem Samstags und Sonntags für die Touristen und das Dorf geöffnet. Schließlich ist es möglich, den Raum für private Veranstaltungen zu mieten. Ich nenne es „das kleine LAC des Malcantone“ und mein Motto lautet: „Lasst die Kultur fließen!

Biografie

Die Associazione Salone Piazza Grande wurde 2017 gegründet und ihr Hauptziel ist die Verbreitung von Kultur unter den Leuten durch Konzerte und andere künstlerische Formen. Eine Begegnung zwischen den Musikern und dem lokalen Publikum, die spontan und natürlich sein soll. Ein Raum im Malcantone, in dem man sich entspannen und einen Dialog mit den verschiedenen Kulturen der Welt aufnehmen kann. Jedes Jahr stehen 12-16 Veranstaltungen auf dem Programm.

Sandro Schneebeli ist Gitarrist, Komponist, Produzent (NEVEmusic), Coach für Teambuilding, Musik für Theater und Film. Er lebt in Curio, seine familiären Wurzeln reichen jedoch von Sibirien bis Sizilien. Als leidenschaftlicher Musiker und Reisender hat er alle Kontinente mit seiner Musik bereist und überall mit lokalen Musikern und auf internationalen Festivals gespielt.

Workshop zum Thema E-Casting in der Romandie

Deutsche Übersetzung weiter unten

Le 10 octobre, le bureau de Scène Suisse sur la suisse romande a organisé un „Workshop“ sur la communication digitale pour les artistes.

L’objectif était de proposer aux comédiens des outils afin d’augmenter leur visibilité et d’améliorer leurs images sur les différents réseaux sociaux. La journée a remporté un vif succès et nous sommes ravis d’avoir pu proposer un intervenant de cette qualité.

En effet Wiam Firouzabadi a été lui aussi très satisfait de ces échanges qui lui ont apporté un nouveau regard sur notre métier.

Au final, tout le monde apprend quelque chose.

Wiam Firouzabadi

„C’était un réel plaisir de découvrir le monde de la scène à travers les comédiens et comédiennes qui ont participé à ce Workshop. Alors que j’étais là pour transmettre mon savoir-faire sur le thème des réseaux sociaux, j’ai aussi beaucoup appris de leur part et c’est ce qui me plaît dans cet échange. Au final, tout le monde apprend quelque chose.“

(Wiam Firouzabadi)

Les artistes présents étaient eux aussi conquis par ce workshop:

„C’était une journée passionnante. En effet, j’ai compris bien plus clairement comment communiquer d’une façon qui me correspond, comment rendre mon profil de comédienne plus visible ainsi que le fonctionnement intrinsèque des réseaux sociaux et la spécificité de chacun d’eux. Cela a ouvert une multitude de possibilités pour moi.“

„J’ai l’impression d’avoir changé mon regard sur toute l’interface réseaux sociaux et communication internet et d’avoir énormément progressé et dans ce sens, ce workshop a totalement dépassé mes attentes.“

Janine Piguet (comédienne)

„Je ne savais vraiment pas à quoi m’attendre quant aux contenu de ce cours et j’ai néanmoins tellement appris de choses sur les réseaux sociaux: Leurs importances dans le monde d’aujourd’hui, que l’on soit comédien, directeur de théâtre ou simplement citoyen du XXIème siècle.“

Olivier Lambelet (directeur de théâtre)

Le bureau de Suisse Romande de Scène Suisse se réjouit d’ores et déjà de développer d’autres projets avec les artistes.

 

Deutsche Übersetzung

Am 10. Oktober organisierte das Büro von Scène Suisse in der Romandie einen „Workshop“ über digitale Kommunikation für Künstler*innen.

Ziel war es, den Schauspielern Werkzeuge anzubieten, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und ihr Image in den verschiedenen sozialen Netzwerken zu verbessern. Der Tag war ein großer Erfolg und wir freuen uns, dass wir einen so guten Referenten anbieten konnten.

Wiam Firouzabadi war ebenfalls sehr zufrieden mit dem Austausch, der ihm einen neuen Blick auf unseren Beruf ermöglicht hat.

Am Ende lernen alle etwas.

Wiam Firouzabadi

„Es war ein Vergnügen, die Welt der Bühne durch die Schauspieler und Schauspielerinnen, die an diesem Workshop teilgenommen haben, kennenzulernen. Während ich dort war, um mein Wissen zum Thema soziale Netzwerke weiterzugeben, habe ich auch viel von ihnen gelernt, und das ist es, was mir an diesem Austausch gefällt. Am Ende lernen alle etwas.“

(Wiam Firouzabadi)

Auch die anwesenden Künstler waren von dem Workshop begeistert:

„Es war ein spannender Tag. Ich habe viel klarer verstanden, wie ich auf eine Art und Weise kommunizieren kann, die zu mir passt, wie ich mein Profil als Schauspielerin sichtbarer machen kann und wie soziale Netzwerke von Grund auf funktionieren und welche Besonderheiten sie jeweils haben. Das hat mir eine Vielzahl von Möglichkeiten eröffnet.

Anonym

„Ich habe das Gefühl, meinen Blick auf die gesamte Schnittstelle sozialer Netzwerke und Internetkommunikation verändert und enorme Fortschritte gemacht zu haben, und in diesem Sinne hat dieser Workshop meine Erwartungen völlig übertroffen.“

Janine Piguet (Schauspielerin)

„Ich wusste wirklich nicht, was mich in Bezug auf den Inhalt dieses Kurses erwarten würde, und dennoch habe ich so viel über soziale Netzwerke gelernt: Ihre Bedeutung in der heutigen Welt, ob man nun Schauspieler, Theaterdirektor oder einfach nur Bürger des 21. Jahrhunderts ist.“

Olivier Lambelet (Theaterdirektor)

Das Westschweizer Büro von Scène Suisse freut sich darauf, weitere Projekte mit den Künstlern zu entwickeln.

La Malita über die Grösse des Flamencos

Manuela Baldassarri, alias La Malita, wurde in der Schweiz geboren, wo sie bis 2001 lebte. Auf der Suche nach  Weiterbildung und Vertiefung der eigenen Fähigkeiten zog sie ins Ausland und kam 2013 nach Sevilla, wo sie studierte und als professionelle Flamenco-Tänzerin arbeitete.

2017 kehrte sie ins Tessin zurück, wo sie immer noch als Lehrerin und Tänzerin arbeitet und hochkarätige Auftritte gibt. Lilly Castagneto hat Manuela Baldassarri zum Interview getroffen und durfte in Morbio Inferiore im Tessin einer Aufführung beiwohnen: eine Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Künstlern wie der Sängerin Carmen Amor aus Sevilla, dem italienischen Perkussionisten Francesco Perrotta, dem Gitarristen Antonio Porro, ebenfalls Italiener, und Alberto Rogriguez aus Andalusien, der sie auch in die Flamenco-Kultur und -Gesellschaft einführte. Eine perfekte Show, meint Castagneto, bereit für eine nationale und internationale Tournee.

Interview von Lilly Castagneto

Wer ist Manuela Baldassarri?

Eine Frau, die schon viele Leben hinter sich und noch mehr vor sich hat.

Wer ist La Malita?

Meine „Flamenco“-Seite.

Wie viel von der „Mujer flamenca“ steckt in dir?

Todo!

Was ist Flamenco für dich?

Zuerst war es eine Flucht, dann eine Erlösung, dann ein Sohn, der heute ein perfekter Begleiter ist.

Könntest du den Flamenco mit einem Wort beschreiben?

Kommunikation.

Zuerst war es eine Flucht, dann eine Erlösung, dann ein Sohn, der heute ein perfekter Begleiter ist.

Manuela Baldassarri

Was ist ein Künstler heute?

Jemand der der Welt noch etwas mitzuteilen hat: Kunst ist vor allem ein Bedürfnis, auch auf Kosten des eigenen Geldbeutels und der  Lebensweise.

Wer bist du, wenn du auf die Bühne gehst?

Es gab eine Zeit, in der nur der stärkste Teil von mir auf die Bühne ging, aber ich fühlte mich unvollständig. Jetzt bin ich Ich, denn ich gehe als vollständige Künstlerin auf die Bühne, mit meinem ganzen Ich, einschließlich meiner Schwächen. Es war vielleicht meine größte künstlerische Leistung, und ich bin sehr stolz darauf.

Welche Emotion stellst du am liebsten dar?

Vielleicht Stolz und Entschlossenheit.

Bist du ein Flamenco-Purist oder experimentierst  du?

Die Tradition ist mir näher. Ich empfinde jedoch große Bewunderung für diejenigen, die sich der Weiterentwicklung dieser Kunst auf zeitgemäße Weise widmen.

Wie bringst  du es unter einen Hut, Mutter, Tänzerin und Tanzlehrerin zu sein?

Genau so, wie es eine SeiltänzerIn tut, nämlich mit einer guten Portion Konzentration, Willenskraft und einer Prise Wahnsinn.

Meine innere Welt war nun so groß und weit geworden,  es  war unvermeidlich, ich fühlte mich sofort „eingeengt“

Eine freche Frage meinerseits, bist du mehr Künstlerin oder mehr Mutter? Ohne Gewissensbisse  zu haben?

Es ist unmöglich, keine Gewissensbisse zu haben! Mit der Zeit zeigt sich, wie sehr die eine Rolle die andere bereichert und umgekehrt. Ich bin meinem tiefsten Wesen treu: Mutter und Tänzerin in gleichem Maße. Ein Künstler braucht Inspiration, und es gibt nichts Stärkeres und Inspirierenderes als ein Kind! Ein Kind braucht einen Elternteil, der ständig an sich arbeitet, und es gibt keine bessere Therapie als die Kunst!

Du bist 2017 in die Schweiz zurückgekehrt, um an einem vertrauten und gleichzeitig neuen Ort neu anzufangen, mit neuen Herausforderungen, neuen Abenteuern, neuen Projekten, möchtest du uns darüber erzählen?

Ich bin zurückgekehrt, weil die plötzliche Geburt eines Kindes, meinem Sohn, meine Prioritäten völlig verändert hat. Ich hatte keine andere Wahl, und ich habe gelitten. Meine innere Welt war nun so groß und weit geworden,  es  war unvermeidlich, ich fühlte mich sofort „eingeengt“. Jetzt, Jahre später, habe ich mich daran gewöhnt und finde den richtigen Kompromiss zwischen Wille und Kraft. Meinen Sohn in Sicherheit zu sehen, hilft mir sehr, die künstlerischen Einschränkungen zu akzeptieren, die ich derzeit im Tessin erlebe. Die meisten meiner neuen Projekte finden nach wie vor die Landesgrenzen überschreitend statt und ich hoffe, mit der Zeit auch in der Region genügend Interesse für den Flamenco säen zu können, so dass die Früchte direkt dort geerntet werden können, wo ich lebe und geboren wurde. In den Ländern der “TräumerInnen“ wie Italien und Spanien, wo ich viele Jahre gelebt habe, war es sicherlich einfacher, diesen Beruf auszuführen. Aber das Leben hat mich wieder dorthin zurückgebracht, wo ich angefangen habe, und ich bin jemand, der dem Leben „vertraut“, daher bereue ich meine Rückkehr nicht und habe auch keine Zweifel daran.

Es bräuchte einen Staat, der diese unglaubliche geistige Entwicklung der Menschen mit Investitionen unterstützt, finanzielle Mittel an denen es hier eigentlich nicht mangelt.

Verändert sich das Bild des Tanzkünstlers nach der Corona-Pandemie?

Ich weiß es nicht. Manchmal spüre ich hier eine gewisse Verwunderung gegenüber Personen wie mir, die nach einer Pandemie ihre künstlerische Karriere fortsetzen wollen, obwohl die Welt am Boden liegt. Ich habe jedoch auch festgestellt, dass die Menschen, nachdem sie ihrer sozialen Freiheit beraubt wurden, diejenigen besser verstehen und schätzen, die sich wie wir Künstler dafür entschieden haben, dass das Leben zu kurz ist, um es ausschließlich dem zu widmen, was uns nicht entspricht. Ich bin neugierig darauf, im Laufe der Zeit herauszufinden, welche weiteren positiven Auswirkungen diese Erfahrung in den Seelen der Menschen, die dann das so genannte Publikum gewesen sind, hinterlassen hat. Unser Publikum, ohne das dies alles nicht möglich wäre.

Was würdest  du der italienischsprachigen Schweiz mit auf den Weg geben, damit sie bereit ist, die Tanzkultur aufzunehmen und auszubauen?

Man muss sich eingestehen, dass die wahre Schönheit des Lebens nicht im Materiellen, in der sozialen Stellung oder im klassischen und üblichen Weg der Selbstverwirklichung liegt, man muss sich der Schönheit öffnen: dem Tanz oder jeder anderen Kunstform. Es bräuchte einen Staat, der diese unglaubliche geistige Entwicklung der Menschen mit Investitionen unterstützt, finanzielle Mittel an denen es hier eigentlich nicht mangelt.

Was ist der größte Traum von La Malita und Manuela?

Ein erfülltes Leben!

An die Jugend: Kunst schaffen oder besser etwas anderes?

Tu, was dein Herz nicht lassen kann! Nur das zu tun, um den allgemeinen Erwartungen gerecht zu werden, kann die innerliche und äussere Schönheit verderben: Das ist es nicht wert.

La Malita, eine gute Seele und Künstlerin, die im Tessin und in der ganzen Schweiz die gebührende Anerkennung verdient. KünstlerInnen haben das Recht zu performen, aber gleichzeitig auch die Pflicht, dem Publikum die Kunst in ihrer Weise näher zu bringen: Manuela Baldassarri erfüllt diese beiden Aspekte auf hervorragende und professionelle Weise.

Lilly Castagneto dankt Malita für ihre wertvolle Zeit, aber auch all den außergewöhnlichen KünstlerInnen, die sie kennenlernen durfte. Sie dankt auch der Gemeinde Morbio Inferiore, die die künstlerische Weitsicht bewiesen hat, um all dies zu ermöglichen.

Lilly Castagneto, Lehrerin für funktionelles Pilates und Modern Horton in Lamone und Breganzona, ehemalige professionelle Tänzerin, Absolventin der Academie de Danse A.M.D. in Menton (Frankreich) in klassischem und zeitgenössischem Tanz. Sie arbeitet immer noch mit der Kompanie PINCO PALLINO unter der Leitung von Sandra Delrieu zusammen, mit der sie auch zusammen studierte. Castagneto lebt seit 2012 im Tessin, nach einem zehnjährigen Aufenthalt im rätoromanischen Graubünden. Sie ist Vizepräsidentin der Associazione Formazione Professione Danza und setzt sich für eine professionelle Entwicklung des Tanzes und Ausbildung im Tessin ein.